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Duisburg
IHK: Die Region braucht mehr Investitionen

Duisburg. Die zahlreichen Risikofaktoren wie das schwächere Wachstum in China, Sanktionen gegen Russland oder aber der Nahostkonflikt können die gute Stimmung bei den Unternehmen am Niederrhein für dieses Jahr nicht trüben. "Der niedrige Ölpreis, das günstige Zinsniveau und der schwache Euro wirken wie Doping für die Konjunktur. Trotz der erfreulichen Zahlen dürfen wir aber den kontinuierlichen Muskelaufbau nicht vergessen", betont Dr. Stefan Dietzfelbinger, Hauptgeschäftsführer der Niederrheinischen Industrie- und Handelskammer. "Wir brauchen mehr Investitionen in den Standort."

Laut der aktuellen Konjunkturumfrage schauen 24 Prozent der Industrieunternehmen optimistisch auf das Jahr. Dem stehen elf Prozent mit pessimistischen Erwartungen gegenüber. Der Konjunkturklimaindex steigt auf 116 Punkte (Herbst 2015: 110). An der Konjunkturbefragung der IHK beteiligten sich 329 Unternehmen aus den Branchen Industrie, Handel und Dienstleistungen mit insgesamt rund 50.000 Beschäftigten.

Von der Konsumfreude profitieren insbesondere Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Vier von zehn Unternehmen blicken positiv auf die Geschäftslage. Bei der Industrie sind es nur zwei von zehn. Das Bild in der Industrie ist insbesondere von der getrübten Stimmung der Stahlbranche geprägt, die aufgrund von chinesischen Billigimporten und rückläufigen Auftragszahlen verhalten reagiert.

Insgesamt bewegen sich die Exporterwartungen auf einem konstant hohen Niveau. Im Dienstleistungssektor steigt der Anteil der Optimisten im Vergleich zur letzten Umfrage um neun Punkte auf 30 Prozent und im Handel um elf Punkte auf 28 Prozent. In der Industrie hingegen sinkt er um fünf Punkte, liegt aber mit 30 Prozent noch immer auf einem hohen Niveau. Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen entwickelt sich verhalten positiv. 20 Prozent der Unternehmen planen, ihre Investitionen auszudehnen und 21 Prozent sie zurückzuschrauben. "Den Unternehmen fehlt die Sicherheit, dass sich Investitionen am Standort lohnen. Das gilt insbesondere für die Stahlindustrie", stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Stefan Dietzfelbinger fest. "Die geplante Verschärfung des CO2-Zertifikatehandels dürfte die Investitionsbereitschaft weiter drücken."

Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen werden von 48 Prozent als Geschäftsrisiko eingestuft. An zweiter Stelle folgen die Arbeitskosten mit 42 Prozent. "Werkverträge sind ein wichtiges Instrument, um flexibel reagieren zu können. Die Unternehmen brauchen diese Flexibilität", erklärt Dietzfelbinger. Am Niederrhein bleibt die Beschäftigungssituation unverändert. Positive Signale sendet der Dienstleistungssektor. Dank der optimistischen Stimmung in der Branche steigt die Einstellungsbereitschaft. Der Saldo aus Beschäftigungsauf- und -abbau erhöht sich von 7 auf 14 Prozent. Im Handel halten sich Unternehmen mit geplanten Neueinstellungen und Reduktion der Beschäftigung die Waage.

Quelle: RP
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