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Duisburg
IHK: Südtangente für das Gewerbegebiet

Duisburg: IHK: Südtangente für das Gewerbegebiet
Schon heute ist es auf der Beckerfelderstraße eng. Wenn der RRX kommt, wird die Bahntrasse breiter und die Straße zu den Gewerbebetrieben so eng, dass die Stadt eine Einbahnstraßenregelung vorschlägt. Die Betriebe wehren sich. FOTO: Reichwein
Duisburg. Die Firmen an der Beckerfelder Straße und ihre gewerblichen Nachbarn befürchten, dass sie durch die städtischen Planungen im Zusammenhang mit dem RRX abgehängt werden. Von Hildegard Chudobba

Die IHK fürchtet, dass die Gewerbebetriebe zwischen Rahm und Großenbaum, westlich der Bahnstrecke, abgehängt werden, wenn die Planungen für den RRX wie jetzt diskutiert (wir berichteten) realisiert werden. Der Lieferverkehr dort soll neu geregelt werden, so dass er über andere Wege als heute zu den Firmen gelangt. Für die Betriebe bedeutet dies, dass die Wagen nur von einer Seite an- und zur anderen abfahren müssen. Die IHK hält das aktuelle Konzept nicht für das beste. Durch den geplanten Ausbau des fünften und sechsten Gleises für den RRX werde das Gewerbegebiet nach dem Stand der jetzigen Planung nahezu abgehängt, schreibt sie nach einer Dialogveranstaltung mit den Betroffenen am Mittwoch.

Die Kammer hält es für angebracht, dort eine "Südtangente" zu bauen. Nach Beratungen mit der Stadtverwaltung, Politik und DB Netz seien die Chancen dafür gestiegen, so die Kammer.

Der Rhein-Ruhr-Express wird auf eigenen, zusätzlichen Gleisen fahren. Zwischen Großenbaum und Rahm ist aber entlang der Trasse nur so viel Platz vorhandenen, dass die schmale Beckerfelderstraße, die an den Firmen vorbei zur Straße "Zur Kaffeehött" führt und von dort zum Anschluss an die A524, nur noch aus einer Richtung befahren werden kann.

Die Unternehmen im Gewerbegebiet Großenbaum-Rahm seien für den RRX, so die IHK. Aber sie müssten weiter erreichbar bleiben. "Das kann nur dann gelingen, wenn die Stadt Duisburg endlich die Planung aus dem Jahr 1998 umsetzt und die Südtangente realisiert", so Dr. Ansgar Kortenjann, Leiter Verkehr und Logistik der Niederrheinischen IHK. Bereits damals sei überlegt worden, das Gewerbegebiet besser an die Autobahn A524 anzubinden. Für die Unternehmen vor Ort sei diese Trasse ohne Alternative.

"Die Südtangente ist die beste Lösung. Logistik und Gewerbe mit Einbahnstraßenverkehr funktionieren in diesem Fall nicht", kommentiert Florian Tiede, Niederlassungsleiter der Nordfrost GmbH & Co.KG, die bisherigen Planungen der Stadt.

Diese sehen vor, dass der Verkehr in einem Einbahnstraßensystem künftig über einen Ring um das nördliche Gewerbegebiet herumgeführt wird und Lkw das Gebiet nicht mehr nach Süden verlassen könnten. Die Wirtschaft vor Ort lehnt diesen Vorschlag ab. Sie argumentiert, dass sie auf eine Zu- und Abfahrt im Süden des Gewerbegebiets angewiesen sei. Zudem befürchten die Unternehmer, dass der Verkehr bei der Lösung der Stadt zukünftig verstärkt über die in Teilen verkehrsberuhigte Großenbaumer Allee und die bereits jetzt staugeplagte Albert-Hahn-Straße abfließen werde.

"Der Dialog mit den betroffenen Unternehmen hat gezeigt, dass die Südtangente als verkehrlich beste Lösung bei den weiteren Planungen ernsthaft berücksichtigt werden muss", fasst IHK-Verkehrsexperte Kortenjann das Ergebnis zusammen. Jetzt seien die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung gefordert, konkrete Zahlen und Planungen vorzulegen. Die Stadt will die RRX-Planungen unter anderem nutzen, um verkehrliche Lösungen für das Wohngebiet zu bekommen, das am Rahmer See entstehen soll. Auf Sicht sollen die Firmen aus diesem Bereich weichen, um die Attraktivität der geplanten Siedlung zu erhöhen. Im westlichen Bereich befinden sich am Ufer des Großenbaumer Sees unter anderem ein Hundesportverein, ein Tauchclub und das Großenbaumer Freibad.

Im Gewerbegebiet Großenbaum sind derzeit 17 Firmen angesiedelt, die rund 350 Arbeitsplätze bieten - darunter Nordfrost, die Spedition Knauf, der Fleischwarengroßhandel Herbert Neukirchen & Söhne, Mailer Stahl und der Medizintechniker Hager & Werken.

Quelle: RP
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