| 17.24 Uhr

Duisburg
Ihre Majestät zog ein

Eröffnungsfeier der neuen Orgel in der Duisburger Philharmonie
Eröffnungsfeier der neuen Orgel in der Duisburger Philharmonie FOTO: RP, Andreas Probst
Duisburg. Endlich hat auch die Philharmonie Mercatorhalle Duisburg eine große Orgel. Die "Königin der Instrumente" wurde am Wochenende mit einem Einweihungskonzert und einem Tag der offenen Tür vorgestellt. Von Ingo Hoddick

Das kleine Mädchen bläst in die winzige Orgelpfeife. Die Umstehenden können den Ton nicht hören, obwohl er mit 15 000 Kilohertz durchaus noch im Bereich des menschlichen Hörvermögens liegt, das bei etwa 20 000 bis 22 000 Kilohertz endet. Der Stand der Orgelbaufirma Eule aus dem sächsischen Bautzen, an dem es wirklich Orgel zum Anfassen und zum Verstehen gab, war die größte Attraktion beim Tag der offenen Tür unter dem Titel "Orgel für alle!" in der Philharmonie Mercatorhalle.

Nun ist sie also da, die Konzertsaalorgel im englischen Stil, in dieser Form einmalig auf dem Kontinent. Mit 4349 Orgelpfeifen (und 37 Stabglocken), die von vier Manualen und Pedal aus angespielt werden können. Es sind 60 klingende Register, damit wäre die Orgel der Mercatorhalle die zweitgrößte unserer Stadt, knapp unter der nur wenige 100 Meter entfernt liegenden Orgel der Pfarrkirche St. Ludger. Zählt man freilich noch die je sechs "Transmissionen" und "Extensionen" dazu, sind es 72 Register.

Konkretes Vorbild war die 1923 erbaute Orgel der Caird Hall im schottischen Dundee. Britische Orgeln klingen runder und grundtöniger als ihre kontinentalen Schwestern. Und lauter, denn der Winddruck ist erheblich stärker als hierzulande üblich. Daher musste die Duisburger Orgel auch mit einer elektropneumatischen statt mit einer mechanischen Traktur versehen werden.

 Sofort ins Ohr fallen unter den Registern die majestätische "Tuba sonora" und nicht zuletzt die schmetternde "Mercator Trumpet". Es gibt auch den einen oder anderen klingenden Gruß an die Kino-Orgel. Und als kleiner Scherz der Orgelbaufirma Eule eine "Vox strigis", zu Deutsch "Eulenstimme": Beim Betätigen erscheint im Orgelprospekt eine Eule, die ihren Ruf erklingen lässt und dann in den Saal schaut. Die Software sorgt dafür, dass sie nach genau 7,5 Sekunden wieder verschwindet, auch dabei ertönt noch einmal leise der Ruf.

Quelle: RP
 
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