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Duisburg
Im Dienste der Sicherheit zur EM

Duisburg. Polizeioberrat Uwe Ganz leitet eine Delegation, die sich um die Sicherheit bei Sportereignissen kümmert. Die Fans stehen bei seiner Arbeit im Fokus. In der kommenden Woche wird er zur Fußball-Europameisterschaft aufbrechen. Von Carolin Skiba

Am 10. Juni beginnt die Europameisterschaft in Frankreich, und dann ist ein Mann ganz Gewiss vor Ort: Polizeioberrat Uwe Ganz. Der 54-Jährige leitet seit zwei Jahren die deutsche Delegation der ZIS (Zentrale Informationsstelle für Sporteinsätze). Die ZIS sorgt national und international für mehr Sicherheit bei Sportveranstaltungen.

Nicht die Spieler sind sein Metier, sondern die Fans. Bittet ein Gastgeberland, wie aktuell Frankreich, um Unterstützung, kommen die angeforderten Länder dem nach und schicken ihre Delegation. Diese besteht aus szenenkundigen Beamten (SKB), die sich mit sämtlichen Personengruppen wie Hooligans oder Ultras auskennen, die für ein friedliches Spiel zur Gefahr werden können. "Wir stehen den Beamten im Ausland dann beratend zur Seite und versuchen durch Aufklärung, Beratung und Intervention Ausschreitungen zu verhindern", sagt Ganz. Denn die Delegation kennt ihre "Pappenheimer" aus Deutschland, und die kennen die Polizei. "Alleine, dass sie wissen, da ist jemand und hat ein Auge auf sie, hilft oft schon." Manchmal gehe es aber auch um Banalitäten. Jedes Land hat beispielsweise eigene Fangesänge oder Jubel-Rituale, die ein ausländischer Polizist nicht immer gleich einordnen kann. "Wir können aufklären, ob ein Verhalten harmlos ist oder nicht", sagt der 54-Jährige.

Die Hauptaufgabe des ZIS besteht im Wesentlichen aus Sammlung, Bewertung, Aufbereitung und Steuerung von Informationen bei Sportveranstaltungen, wie zum Beispiel: Ticketverkaufszahlen, Anzahl und Einstufung der Heim- und Gastfans, Anreisewege. Diese Informationen werden dann analysiert und mit den entsprechenden Dienststellen im In- oder Ausland ausgetauscht. Dass Ganz selbst gern Fußball spielt, sei mit Sicherheit ein Grund, warum er sich für den Job beworben habe, sagt er. Die internationale Zusammenarbeit mit engagierten Kollegen mache aber ganz besonders den Reiz seiner Arbeit aus. Die Liebe zum Fußball sei manchmal ohnehin eher hinderlich. "Unser Blick geht meist in die Fankurve. Wir achten darauf, wie das Publikum auf gewisse Spielszenen reagiert." Mitfiebern sei nicht drin, schließlich sei das Team aus beruflichen Gründen im Gastgeberland.

Zwei Tage vor dem Spiel ist Ganz mit seiner Truppe, die im Kern aus acht Personen besteht, vor Ort. Dann beginnt die Arbeit in Form von Sicherheitsbesprechungen. Die Einsatzkräfte sind in Aufklärungseinsätzen, verschaffen sich einen Überblick und machen sich mit dem Umfeld vertraut: Wo reisen die Leute an, wo gehen sie nach einem Spiel feiern, wo sind die Fan-Zonen und die Fanbotschaften?

Nach dem Ausscheiden der eigenen Mannschaft reist auch die Delegation zwei Tage später wieder ab. Natürlich freut sich Ganz, wenn die deutsche Mannschaft weiter kommt. "Stolz bin ich aber in erster Linie darüber, wenn ich dazu beigetragen habe, dass es ein sichereres Spiel war."

Quelle: RP
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