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Duisburg
Im farbigen Rost siegt das Leben

Duisburg. 54 Bilder aus Kirtz' "Verwandlungen" sind in der Liebfrauenkirche zu sehen. Von Ingo Hoddick

Bernd Kirtz war ein halbes Jahrhundert lang "der" Fotograf unserer Stadt, sowohl dokumentarisch als auch künstlerisch. Eines seiner Hauptwerke ist der Zyklus "Verwandlungen", entstanden überwiegend Anfang der 1990er Jahre im ehemaligen Hüttenwerk Meiderich, als daraus noch nicht der Landschaftspark Nord geworden war.

Teile der "Verwandlungen" wurden schon mehrfach in Duisburg gezeigt (die RP berichtete). Im vergangenen November schenkte der Künstler seinen Zyklus dem Bistum Essen, jetzt hängen 54 Bilder daraus - das ist etwa ein Viertel - noch bis zum 12. Juni an den Wänden der Kulturkirche Liebfrauen am König-Heinrich-Platz 3. Kirtz ist dieser Kirche seit langem verbunden, er wohnte in der Nähe (an der Neckarstraße) und gehörte zur Gemeinde. Dr. Herbert Fendrich, Bischöflicher Beauftragter für Kirche und Kunst, freute sich gestern bei der Vorabbesichtigung über den passenden Ausstellungsort einer "Kirchenbrache". Denn zum einen sind die Bilder Gleichnisse der Vergänglichkeit, in der kunstgeschichtlichen Tradition der "Vanitas", entsprechend dem biblischen Begriff für die "Eitelkeit", also die Nichtigkeit und Hohlheit menschlichen Besitzstandes und des Lebens überhaupt. Zum anderen ist der Verfall mit Atem beraubender Schönheit ästhetisiert- nicht als vordergründige Beschönigung , sondern als Zeichen der Hoffnung darauf, dass das Leben über den Tod siegt. Kirtz hat außerdem so gehängt, dass hinter dem Altarkreuz ein "Kreuz" aus Röhren zu sehen ist, an einer anderen Stelle der Industriebrache ein "Altar".

Geöffnet ist die Schau bei freiem Eintritt von donnerstags bis sonntags, jeweils von 12 bis 17 Uhr. Sonntags um 15 Uhr gibt es zudem eine Kirchenführung, ausgenommen am 22. Mai.

Quelle: RP
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