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Duisburg
Im Spannungsfeld von Klassik, Folklore und Jazz

Duisburg. Die Mandoline wird im Allgemeinen mit Volksmusik in Verbindung gebracht, weniger mit Klassik und noch weniger mit Jazzmusik. Wenn aber zwei Ausnahmemusiker sich zusammensetzen und sich dieser so unterschiedlichen Musikgattungen annehmen und gemeinsam musizieren, kann ein großartiges Konzert entstehen. Von Kurt Augustin

Ein solches durften die Besucher des Intermezzo-Konzertes in der Duisserner Lutherkirche erleben. Der Klassik-Star der deutschen Grammophon, Klassik-Echopreisträger und Grammy-Nominierter Avi Avital und sein israelischer Landsmann und weltweit bekannte Jazz-Pianist Omer Klein am Flügel, der am 16. November dieses Jahres den Förderpreis NRW für junge Künstler erhält, gaben ein umjubeltes Konzert.

Es begann mit einem Stück mit ausgeprägten Anklängen an die israelische Heimat der beiden Ausnahmekünstler. Aber bereits hier wurde deutlich, dass die Musik immer aus den scheinbar vorgegebenen Strukturen ausbrach und Elemente andere Stile einwob. Dies wird auch im Titelsong der neuen CD von Omer Klein "Fearless Friday" deutlich, einer sehr dynamischen Jazznummer mit Elementen von Ragtime und Blues, aber auch wieder kleinen folkloristischen Momenten.

Das Konzert war ein Streifzug durch die verschiedensten Musikrichtungen die kunstvoll miteinander verwoben wurden. Fröhliche spanische Klänge waren ebenso zu hören wie asiatische oder melancholische, die an die russische Balalaika erinnerten. Die beiden Künstler verstanden sich blind, die Präzision und Akkuratesse Avitals und die Sensibilität und einfühlsame Interpretation Kleins ergänzten sich perfekt. Dies wurde besonders deutlich bei der Interpretation eines klassischen Stücks von Johann Sebastian Bach, das Omer Klein für kurze Ausflüge zum Blues nutzte. Das begeisterte Publikum bedankte sich mit langem, stürmischem Applaus.

Quelle: RP
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