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Duisburg
Im Vorfeld des Merkel-Besuches

Duisburg: Im Vorfeld des Merkel-Besuches
Das Hotel Montan an der Wolfstraße ist eine Marxloher Institution. Die Bundeskanzlerin wird hier am Dienstag zu Gast sein und mit Bürgern des Stadtviertels diskutieren. FOTO: Andreas PRobst
Duisburg. Das Programm für den Besuch der Bundeskanzlerin am kommenden Dienstag steht. Sie wird sich fast vier Stunden hier aufhalten. Linke Demonstranten haben eine Protestaktion angemeldet. Von Hildegard Chudobba

Mit dem Hotel Montan hat sich der Mitarbeiterstab von Angela Merkel bei ihrer Tour unter dem Titel "Gut leben in Deutschland" für einen Tagungsort entschieden, der nicht unbedingt die erste Adresse in unserer Stadt ist. Die etwa 60 Bürger, die am Dienstag mit der Kanzlerin zusammentreffen, seien von der städtischen Entwicklungsgesellschaft ausgewählt worden und könnten frei entscheiden, was sie zum Thema Lebensqualität sagen wollen, sagte gestern Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin.

Bereits ab 9 Uhr werden die Teilnehmer an diesem Gespräch am Dienstag im Medienbunker am Johannismarkt vorbereitet. Um 13 Uhr werden sie in dem Hotel auf die Bundeskanzlerin treffen, die gegen 15.30 Uhr Duisburg wieder verlassen wird. Sobald sie die Stadtgrenze hinter sich hat, kann die Duisburger Polizei aufatmen. Denn für sie bedeutet der Merkel-Besuch reichlich Arbeit. Sie muss zusammen mit anderen Sicherheitskräften sicherstellen, dass sich in dem Hotel nichts befindet, was Leib und Leben von Merkel bedrohen könnte und die Wagenkolonne der Kanzlerin sicher und ungehindert durch den Duisburger Norden lotsen. Sie wird außerdem dafür sorgen, dass eine angemeldete Protestaktion linker Demonstranten auf Distanz bleibt, die in der Nähe des Hotels stattfinden wird. Von den inzwischen alltäglichen Zwischenfällen in Marxloh wird die Bundeskanzlerin vermutlich nichts erfahren. Der Polizeibericht von gestern offenbart allerdings, was auf den Straßen im Duisburger Norden passiert: Auch in dieser Woche setzte die Polizei ihre Schwerpunktkontrollen in Marxloh fort. Bei rund 30 Einsätzen wurde sie von der Einsatzhundertschaft unterstützt. Es gab 140 Anlässe, um Verwarnungsgelder zu erteilen. Daneben schrieben die Beamten 40 Ordnungswidrigkeitsanzeigen (unter anderem Geschwindigkeitsverstöße, Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes und Telefonieren am Steuer). Wie in den Wochen zuvor erteilten die Beamten Platzverweise und nahm zwei mit Haftbefehl gesuchte Männer fest.

Am Donnerstag stürzte in Marxloh auf der Dahlstraße/Wiesenstraße ein 16-jähriges schwangeres Mädchen vom Rad, weil es sich über einen laut aufheulenden Motor erschreckt hatte. Die junge Frau kam ins Krankenhaus. Vom Fahrer des Wagens fehlt jede Spur.

Wenige Kilometer entfernt in Laar blendeten am Donnerstag gegen 22 Uhr drei unbekannte Männer den Fahrer ein Straßenbahn mit einem Laserpointer. Bei der Suche nach dem flüchtigen Trio trafen die Beamten auf eine in der Nähe sitzende Gruppe junger Männer, die sich sehr aggressiv verhielt, so die Polizei. Ihre Anwesenheit bewirkte, dass sich innerhalb kurzer Zeit eine größere Zahl Schaulustiger einfand. Auch hier erteilten die Beamten Platzverweise. Ein 18-Jähriger, der dem absolut nicht Folge leisten wollte, musste mit zur Wache.

In Meiderich bekam es die Polizei am Donnerstag mit einem 13-Jährigen zu tun, der aus dem Dachfenster eines Hauses an der Westender Straße mit einer Soft-Air-Pistole auf Passanten und Gäste eines gegenüberliegenden Imbiss schoss. Zwei Getroffene wurden leicht verletzt, und eine Scheibe wurde beschädigt. De Polizisten sammelten 20 Projektile (Plastikkugeln) ein und statteten zusammen mit seiner Mutter dem strafunmündigen Jungen in seinem Kinderzimmer einen Besuch ab. Das Gewehr und die Munition nahmen sie mit.

Quelle: RP
 
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