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Duisburg
Immer mehr Proteste gegen den Plan

Duisburg: Immer mehr Proteste gegen den Plan
Die Bushaltestelle Ehingen Denkmal soll künftig wegfallen. FOTO: Reichwein
Duisburg. Die Bürgervereine aus Ungelsheim, Mündelheim, Serm, Ehingen und Hüttenheim machen gemeinsam Front gegen den vorliegenden Entwurf des neuen Nahverkehrsplanes, der im Juli im Rat der Stadt beschlossen werden soll. Von Hildegard Chudobba

Alle fünf lehnen die von der Verwaltung vorgesehenen Änderungen in der Streckenführung im Stadtsüden ab. "Unsere Stadtteile liegen zwar in der Peripherie, sind aber trotzdem Teil dieser Stadt und dürfen nicht isoliert werden!", formulieren sie in einer gemeinsamen Erklärung.

Wie berichtet plant die Verwaltung zum Beispiel die Buslinie in Richtung Krefeld einzustellen, desweiteren sollen die Stadtteile am Rande des Südens nicht mehr wie heute mit Bussen angesteuert werden. "Der öffentliche Nahverkehr muss gewährleisten, dass die Arbeitsplätze, die Schulen, die Nahversorgungszentren, Ärzte und Krankenhäuser sowie regionale und überregionale Anbindungsstationen erreicht werden können. Der vorgelegte Plan erfüllt diese Anforderungen nicht", sind sich die Bürgervereine einig.

Die Arbeitsplätze bei Firmen in Hüttenheim und Krefeld-Uerdingen, die Schulen in Huckingen, Großenbaum, in der Stadtmitte, in Krefeld und auch in Düsseldorf-Kaiserswerth seien nach diesen Überlegungen gleichfalls nicht mehr wie heute zu erreichen. Auch die Einkaufszentren Mündelheimer Straße und Angerbogen, das St. Anna Krankenhaus und das Ärztezentrum am Sittardsberg könnten dann von vielen Bürgern nicht mehr problemlos besucht werden. Die Bürgervereine sehen zudem eine Verschlechterung der Anbindung an die Straßenbahnlinie U 79 und an die S-Bahn.

Neben allen anderen Aspekten sei es beispielsweise für Mündelheim besonders wichtig, dass die Verbindung nach Krefeld weiterhin bestehe. Aus Sermer Sicht sei die Anbindung an die Schulen sehr bedeutsam. Ungelsheim benötige unbedingt die Verbindung zur Nahversorgung. Ehingen und Hüttenheim bräuchten den Anschluss an den Öffentlichen Nahverkehr.

"Wir möchten darauf hinweisen, dass in der Strategie Duisburg 2027 die Zielsetzung verfolgt wird, besonders im Duisburger Süden neue Bewohner anzusiedeln. Wenn man dieses Ziel erreichen will, muss in die Infrastruktur und den öffentlichen Nahverkehr investiert werden", so die Bürgervereine, die nun vor allem auf Unterstützung durch die Politiker der Bezirksvertretung-Süd bauen.

Aufgrund der Bürgeranhörung zum Thema hat sich unter anderem Hermann Josef Hassel aus Wanheim an die Redaktion gewandt und etliche Kritikpunkte an dem Plan formuliert. In seiner ausführlichen Ausarbeitung schlägt er beispielsweise vor, dass die Buslinie 941 nicht am Wolfssee, sondern am Klinikum am Kalkweg enden sollte. Es fehle künftig eine Verbindung von Ungelsheim zum Tor 2 HKM und damit zur Straßenbahnhaltestelle an der Mündelheimer Straße, hat er dem Entwurf entnommen. Wenn die Sparkasse von Ungelsheim nach Hüttenheim umziehe, dann sei sie für Ungelsheimer, die auf den Bus angewiesen seien, nicht mehr zu erreichen. Er hat sich gleichfalls die Mühe gemacht und nachgeschaut, wie andere Umstiegsmöglichkeiten für Süd-Bürger künftig sein würden und kommt zu dem Fazit: sehr schlecht bis gar nicht mehr vorhanden. Zudem hat er ausgerechnet, dass sich die Fahrtzeiten mancher Busse durch Veränderungen der Fahrtstrecke erheblich verlängern werden.

Der zurzeit diskutierte Nahverkehrsplan wird den Bezirksvertretungen lediglich zur Anhörung vorgelegt. Die Beschlussfassung ist nur im Rat der Stadt vorgesehen, der am 3. Juli tagt. Änderungswünsche und Anregungen aus den Fachgremien sollen dann berücksichtigt werden. Bei der Vorstellung des Konzeptes war Planungsdezernent Tum zuversichtlich, dass es bei diesem Ablauf bleiben kann.

Quelle: RP
 
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