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Duisburg
Immer mehr Zusatzaufgaben für Polizei

Duisburg: Immer mehr Zusatzaufgaben für Polizei
Demonstrationen und Gegendemonstrationen machen der Polizei nicht nur die Arbeit schwer, sondern sie sorgen auch dafür, dass die Beamten jede Menge Überstunden machen müssen. FOTO: Archiv
Duisburg. Großeinsätze wie am 1. Mai forderten im vergangenen Jahr die Ordnungshüter erheblich. Täglich müssen allein in unserer Stadt 65 Objekte wie die Synagoge am Innenhafen überwacht werden.

252 000 Anrufe sind im vergangenen Jahr bei der Leitstelle der Duisburger Polizei eingegangen. Daraus ergaben sich 173 724 Einsätze - das weist der Einsatzbericht für das vergangene Jahr aus, den die Polizei gestern veröffentlichte. Rund fünf Minuten benötigten die Streifenwagen, wenn es von der Leitstelle hieß "Täter am Ort". Damit sind sie fast eine Minute schneller als im Vorjahr und haben sogar den Landesmittelwert aller Polizeibehörden von 5,41 Minuten unterschritten. Bei Verkehrsunfällen mit Verletzten waren die Streifenwagen in weniger als neun Minuten an der Einsatzstelle. Erneut waren die Einsätze zwischen den beiden Polizeiinspektionen Nord und Süd recht gleichmäßig verteilt. Wie in den vergangenen Jahren lag der Anteil der Einsätze nördlich der Ruhr bei 48 Prozent, südlich (mit der gesamten Innenstadt) bei 52 Prozent. Insgesamt haben die Beamten des Wachdienstes 32 435 Anzeigen und damit 53 Prozent des Gesamtaufkommens aufgenommen. Erfolgreich arbeitete dabei der 2013 eingeführte Zentrale Anzeigendienst (ZAD) im Präsidium an der Düsseldorfer Straße. Fast 5500 Anzeigen nahmen die Mitarbeiter dort auf.

In der Statistik stehen 2813 vorläufig Festnahmen von Tatverdächtigen, die anschließend zur Ausnüchterung oder nach einer Straftat in den Polizeigewahrsam kamen. Das sind sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei konnten 37 Tatverdächtige von den Diensthundeführern und ihren vierbeinigen Kollegen gestellt werden. Während die Zahl der Alarmauslösungen und die damit verbundenen Einsätze um 225 auf 1927 abnahmen, rückte die Polizei 1235 Mal (plus 76) zur Vermisstensuche aus. Dabei kamen auch Polizeihubschrauber und die Bereitschaftspolizei zum Einsatz.

Großeinsätze wie Demonstrationen, Gerichtsschutz beim Rockerprozess oder der Besuch des chinesischen Staatspräsidenten forderten die Polizei in Duisburg ebenso intensiv wie Bundesliga-Spiele und Karnevalsumzüge. Herausragend war dabei sicherlich der 1. Mai. Zu den von NPD und Pro NRW angemeldeten Veranstaltungen in der Innenstadt gab es immerhin elf Protestkundgebungen. Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Die weltpolitische Lage macht auch vor Duisburg nicht halt. Die Einsätze zu Schutz- und Aufklärungsmaßnamen, etwa bedingt durch politische oder religiöse Konflikte stiegen auf 23 700. Täglich fahren die Beamten 65 Schutzobjekte zur Überprüfung an. In speziell eingerichteten Projekten (zum Beispiel Rocker) verstärkte die Polizei durch vermehrte Präsenz an den Brennpunkten der Stadt die Sicherheit. 56 513 so genannte "Personalstunden" sind dafür aufgebracht worden. Sorgen bereitet der Polizei die gleichbleibend hohe Zahl der Anrufe bei der Notrufnummer 110. Von 252 000 Anrufen sind nur knapp 60 Prozent (141 000) echte Notrufe. Der Appell lautet daher: "Rufen Sie die 110 nur an, wenn ein Notfall vorliegt." Beispielsweise bei häuslicher Gewalt. Diese Fälle sind leider erneut gestiegen. 924 (890) Mal mussten die Beamten einschreiten, weil (meistens) Frauen brutal angegriffen wurden. Meistens wurden danach die Partner der Wohnung verwiesen.

Quelle: RP
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