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Duisburg
Immobilien sind wieder im Trend

Duisburg: Immobilien sind wieder im Trend
Die Konditionen für Häuslebauer wie hier in Huckingen sind zurzeit ausgesprochen günstig. Zurzeit bietet die Sparkasse einen Zinssatz von 1,94 Prozent bei zwei Prozent Tilgung. FOTO: ARchiv
Duisburg. Die anhaltend niedrigen Zinsen machen auch der Sparkasse Duisburg zu schaffen. Trotz des geschrumpften Gewinns sind die Verantwortlichen zufrieden. Eine Fusion mit anderen Sparkassen ist zurzeit kein Thema. Von Hildegard Chudobba

Die Sparkasse Duisburg hat das Geschäftsjahr 2014 mit einem Bilanzgewinn von 6,1 Millionen Euro (Vorjahr: 6,5 Millionen) bei einer fast unverändert gebliebenen Bilanzsumme von 5,4 Milliarden Euro so gut abgeschlossen, dass Vorstandsvorsitzender Dr. Joachim Bonn gestern bei der Vorstellung des Jahresabschlusses erklärte, er sei sehr zufrieden. Wegen des guten Ergebnisses fließen 2,2 Millionen Euro an die Trägergemeinden Duisburg (zwei Millionen) und Kamp Lintfort. Beide Städte erhalten zudem von den 16,6 Millionen Euro Steueraufwändungen neun Millionen Euro (8,1 davon Duisburg).

Insgesamt hat die Sparkasse in 2014 eine Summe von rund 15 Millionen Euro für das Gemeinwohl ausgegeben (in den vergangenen zehn Jahren waren es in der Summe 114 Millionen Euro). Mit diesem Fördervolumen "gehen wir an die Grenze des für unser Unternehmen wirtschaftlich Vertretbaren", so Dr. Bonn. "Das tun wir aber gerne, weil wir die Erfolge unseres Handelns unmittelbar erleben können". Mit 3,74 Millionen Euro stieg der Kreditbestand 2014 gegenüber dem Vorjahr leicht an. Vor allem die Immobilienfinanzierung war mit 179 Millionen Euro (159 in 2013) stark gefragt. Bei einem Zinssatz von 1,94 Prozent auf zehn Jahre bei zwei Prozent Tilgung seien die Konditionen so "gestrickt", dass der Häuschenbauer auch in zehn Jahren bei höheren Zinsen nicht in die Privatinsolvenz schlittert, sagt Vorstandsmitglied Helge Kipping.

Weil die Zinsen derzeit so niedrig wie noch nie sind und die Aussicht auf lukrative Geldanlagen getrübt sind, hat bei manchem Kunden das Sparbuch und das Girokonto an Wert gewonnen. Dabei gebe es durchaus sichere und aussichtsreiche Geldanlagen, sagt auch Kippings Vorstandskollege Ulrich Schneidewind.

Mit einem Nettoanlagevolumen in Wertpapieren in Höhe von 45 Millionen Euro im vorigen Jahr erreichte die Sparkasse erstmals ein Wertpapiervolumen von über einer Milliarde Euro, "eine bemerkenswerte Leistung", so Schneidewind. Besonders gefragt: vermögensverwaltende Lösungen und Aktien sowie Immobilienfonds.

Verbessert hat sich gleichfalls das Auftragsvolumen im Maklergeschäft. "Im Auftrag der Kunden haben wir 135 Immobilien im Gesamtwert von 50,2 Millionen Euro vermittelt", und damit in Bezug auf den Wert mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

So positiv das Geschäftsjahr 2014 abgeschlossen wurde, die Aussichten sind angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase nicht ganz so rosig. Im Mai wird die Sparkasse bekanntgeben, wie sie sich für die nächsten zehn Jahre strukturell und inhaltlich neu aufstellen will. "Aber wir werden die kritische Situation längerer durchhalten als andere", ist sich Dr. Bonn sicher und verweist auf die über Jahre erreichte Stabilität und die Eigenkapitalstärke.

Die gute Ausgangsposition könnte Sparkassen in Not - wie aktuell die in Dinslaken - locken. Entgegen anders lautenden Äußerungen "gibt es aber keine aktuellen Gespräche mit Dinslaken", so Dr. Bonn. Er könne sich vorstellen, dass hier eine Lösung innerhalb des Kreises Wesels favorisiert wird.

Und Auseinandersetzungen wie derzeit zwischen der Stadt Düsseldorf und der örtlichen Sparkasse "drohen uns ebenfalls nicht. Die Höhe der jährlichen Ausschüttung haben wir vertraglich langfristig geregelt".

Quelle: RP
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