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Atelierbesuch
In Kontakt mit der freien Natur

Duisburg. Katrin Roth hat ihr Atelier im Kunstort "Hafenkult" eingerichtet. Ihre Arbeiten reflektieren erlebte Natur und Landschaft. Von Olaf Reifegerste

Beim Einzug des damals neuen Duisburger Kunstortes "Hafenkult" in den Parallelhafen war sie mit dabei. Katrin Roth war eine von 13 Künstlern, die im Kulturhauptstadtjahr 2010 ihre Ateliers dort bezogen. Seitdem gehört sie zu den wichtigen "Aktivposten" in Sachen Kunst in Duisburg.

Bei "Hafenkult" und auch anderswo in der Stadt wie beispielsweise in der Cubus Kunsthalle, an verschiedenen Orten in Ruhrort, bei den Duisburger Akzenten, der "ExtraSchicht" ebenso wie auf dem "Platzhirsch"-Festival, aber auch über Duisburgs Grenzen hinaus wie in Solingen, Dorsten, Essen und Düsseldorf - ja sogar in Schweden - ist sie mit ihren künstlerischen Arbeiten in den letzten Jahren stets positiv in Erscheinung getreten. Die Aufzählung jener Adressen ist zwar repräsentativ, nicht jedoch vollzählig. Schweden, genauer gesagt die Künstlerwerkstatt "Konstnärernas Kollektivverkstadt" (KKV) in der Provinz Bohuslän, spielt in dieser Aufzählung eine besondere Rolle. Denn erstens: Ines van der Ende, Künstlerkollegin bei "Hafenkult", hatte Roth 2010 und 2011 nach Schweden mitgenommen, um ihr ihre dortigen Einzelausstellungen zu zeigen. So kam, was bei Roth kommen musste: 2012 unternahm sie einen eigenen Arbeitsaufenthalt in die KKV-Bohuslän, die nördlich von Göteborg, inmitten der fast unberührten schwedischen Natur liegt. Seitdem ist sie Mitglied im dortigen KKV.

Und zweitens: Katrin Roth ist 1968 in Greifswald, im heutigen Mecklenburg-Vorpommern, geboren. Mit 20, ein Jahr vor dem Mauerfall, ist sie in den Westen gegangen. Seit 1995 lebt und arbeitet sie in Duisburg. Doch was hat Greifswald mit Schweden zu tun? Wer, in diesem Zusammenhang, weiß schon, dass infolge des Dreißigjährigen Krieges die Stadt Greifswald von 1631 bis Anfang des 19. Jahrhunderts schwedisch war? Katrin Roth hat also nicht nur einen schwedischen Arbeitsaufenthalt hinter sich, sondern trägt offenbar auch weit entfernte schwedische Gene in sich. Wie sonst lässt sich ihr Satz deuten, wenn sie erklärt: "Meine Arbeiten reflektieren erlebte Natur und Landschaft." Denn immer wieder kehren die Themen Wald, Lichtungen und Wasser in ihre Arbeiten zurück. "Dabei interessieren mich besonders Farbräume und Farbklänge. So entstehen Arbeiten als Serien entweder in Öl auf Leinwand oder als Monotypien auf Papier", so die vielseitige Künstlerin weiter. Roth ist aber nicht "nur" Malerin, sondern hat 2010 die Meisterklasse bei Professor Piotr Sonnewend, einem renommierten polnischen Künstler, dessen Werke europaweit zu sehen sind, besucht und 2011 ihr "Diplom in Malerei und Grafik" abgelegt. Zuvor studierte sie am Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie (IBKK), Fachbereich Malerei und Grafik, in Bochum. Der Publizist und Kommunikationsberater Steffen Gerz schrieb einmal über die Malerin: "Katrin Roth malt die Außenräume ihrer und unserer Erlebenswelt. Dabei muss das Motiv des Außenraumes nicht zwangsläufig als geschlossene Struktur bestehen.

Manchmal sind es auch nur Fragmente eines Blickes, die sie kombiniert beziehungsweise re-kombiniert und damit in der Mischung ganz neue Landschaften entstehen lässt: Außenräume, unter- und überlegte Fragmente von Landschaft und Natur, in so ganz eigener Farblichkeit und Textur, assoziativ erfassbare, mitreißende Kompositionen von wilder und sanfter Freiheit, bestimmt von einem befreiten Spiel der Hand auf dem Malgrund." Insofern liege das Augenmerk ihrer Malerei vor allem in der Abbildung und deren Interpretation nicht-kultivierter Naturräume, also in sogenannten unkultivierten Landschaften. Katrin Roth holt sich ihre künstlerischen Inspirationen häufig auf kleineren (Mal)Reisen. Diese führten sie in jüngster Zeit nach der diesjährigen Akzente-Ausstellung "Orange Licht Viertel" in die Eifel, auf die Nordseeinsel Föhr, nach Dresden und Greifswald sowie durch das Elbsandsteingebirge bis in die Sächsische Schweiz. "So verschieden die Orte auch sind", gibt sie zu verstehen, "immer wieder wird man mit tollen Ausblicken belohnt. Dann setze ich mich und male eine entsprechende Eintragung in mein Skizzenbuch."

Derzeit - wie könnte es anders sein - geht es ausschließlich um Motive zum Thema Wald als Vorbereitung für die neue Ausstellung in Duisburg. Diese findet statt vom 16. September bis 11. November bei "Hafenkult" - Titel: "In Kontakt".

WWW.KATRINROTH-KUNST.DE

Quelle: RP
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