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Duisburg
Integration durch die "Wilden Kerle"

Duisburg. Viele Kinder und Erwachsene kennen die Geschichte vom kleinen Max, der wutentbrannt in eine Traumwelt flüchtet und dort zum König der wilden Kerle wird. Das Klavier-Festival Ruhr hat Maurice Sendaks Kinderbuch-Klassiker "Wo die wilden Kerle wohnen" einem integrativen Education-Projekt in Duisburg zugrunde gelegt und mit Musik von Béla Bartók verknüpft. So haben sich rund 470 Kinder der Gesamtgrundschule Sandstraße, der Katholischen Grundschule Henriettenstraße und der Buchholzer Waldschule in Workshops mit der Musik des ungarischen Komponisten beschäftigt. Von Ingo Hoddick

Ein Höhepunkt war gestern das dreiviertelstündige "Children's Corner"-Konzert im Lehmbruck-Museum, das die Abenteuer von Max als klingende Geschichte erzählte. Durch Lieder und andere Mitmach-Elemente wurden über 100 Kinder von der Sandstraße aktiv in das Konzertgeschehen eingebunden, unter ihnen viele Kinder von Neuzuwanderern, die erst seit kurzem in Deutschland leben.

Richard McNicol, das pädagogische Genie in Diensten des Klavier-Festivals Ruhr, brauchte als Moderator erst einmal nicht viel mehr als eine Papierkrone, um die Kinder zu animieren und ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Etwa durften sie sagen, wie die Worte "Krone" und "König" in ihren Sprachen lauten: Arabisch, Deutsch, Englisch, Niederländisch, Polnisch und Türkisch. Einige wurden gekrönt und dann losgeschickt, um einen der Musiker hinter der Seitenwand hervor zu holen - wobei McNicol sie darauf hinweisen musste, dass man sich als König oder Prinzessin nicht so hektisch und schräg bewegt.

Nicht zuletzt war für unaufdringliche musikalische Qualität gesorgt, durch das junge und wohlklingende Bläserquintett aus Katharina Mücke (Flöte), Clara Geuchen (Oboe), Kristina Marzi (Klarinette), Rebecca Mertens (Fagott) und Alexander Wening (Horn) sowie den gleichfalls jungen und vorzüglichen Pianisten Fabian Müller. Das Fagott spielte sogar ein paar Töne für einzelne Sitzreihen, nun dürfte das tiefe Holzblasinstrument für viele Kinder nicht mehr so exotisch sein.

Quelle: RP
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