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Duisburg
Integration durch Kunstpause in Hochfeld

Duisburg. Der Duisburger Verein "Kunstpause" fördert seit 15 Jahren Kinder und Jugendliche in allen Sparten von Kunst und Kultur, nach dem Motto "Freue dich an deinem Denken, deiner Kreativität und dem Gefühl glücklich zu sein". Oder wie es die rührige erste Vorsitzende Aliza Efraim formuliert: "Wer über Picasso reden kann, wird niemals arm sein!" Der beteiligte Theaterpädagoge Thomas Hennrich führt weiter aus: "Dabei sind die Künstler für die Kunst zuständig und die Lehrer für die Pädagogik. Hier werden die Schüler nicht als defizitär, sondern als genial wahrgenommen - da blühen sogar die ,Mäuschen' auf, die im Unterricht nichts sagen. Wir greifen die enorme Energie der Kinder auf, um zielgerichtet auf eine Aufführung hinzuarbeiten, aber auch um zur Reflexion durch Feedback und Fachbegriffe zu kommen." Finanziert wird das Ganze als Sprachförderung - das erscheint besonders sinnvoll, weil in Stadtteilen wie Hochfeld oder Marxloh inzwischen die meisten Schüler noch kein Deutsch können, Kultur aber den Sprachmut und die Sprachfreude fördert. Von Ingo Hoddick

Auch durch das gesamte vergangene Schuljahr hindurch haben Schüler aus verschiedenen Kulturen und Nationen viele Ideen gehabt sowie gemeinsam mit Künstlern die Vielfalt der Kunst und Kultur erforscht, entdeckt und erlebt. Sie haben gemalt, getanzt, gesungen, getrommelt, Texte geschrieben, Theater gespielt, Schulradio kreiert und vieles mehr. Zum 14. Mal präsentierte "Kunstpause" gestern im Hochfelder Kultur- und Stadtteilzentrum "Alte Feuerwache" die vielfältigen Ergebnisse als Kids-Aktionstag, diesmal unter dem optimistischen Titel "Be Happy, go lucky".

Moderiert vom zweiten Vorsitzenden Tobias Kranz, traten Kinder und Jugendliche als Clowns, Trommler, Tänzer und Rapper auf. Das Bühnen-Programm begann am Morgen mit einer spektakulären Tanz-Akrobatik-Show, die auch unser Foto zeigt: Die Kinder der Ganztagsbetreuung an der Hochfelder Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Brückenstraße tanzten und bewegten sich gemeinsam mit dem ghanaischen Tänzer, Sänger und Akrobaten Obuamah "Obi" Odamatey. Sie hatten sich in diesem Workshop sowohl durch traditionelle Rituale als auch durch zeitgenössische afrikanische Musik zu Improvisationen ermutigen lassen. Sie konnten spontanen Bewegungsabläufen folgen und so zu ihrem eigenen Tanz finden. Aus den einzelnen Tänzen wurde gemeinsam mit dem Künstler eine eindrucksvolle Performance entwickelt.

In der Lobby der Feuerwache waren außerdem zwei Ausstellungen zu sehen. Aliza Efraim hatte Jugendliche der Globus-Gesamtschule am Dellplatz auf die Geschichten und Bilder berühmter Künstlerinnen und Künstler mit Migrationshintergrund angesetzt, mit Fragen wie "Wie sehen die Bilder und Landschaften unserer Herkunftsländer aus und wie unterscheiden sie sich von denen unserer neuen Heimat?" Und David Alcánara ließ Kinder der Grundschule Hochfelder Markt je zwei Bilder malen: Eins mit ihrem Lieblingsessen und eins mit dem Essen, was sie gar nicht mögen - ohne Worte und nur durch malerischen Ausdruck.

Quelle: RP
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