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Duisburg
Jazz-Meister "Kid Chocolate" begeistert

Duisburg. Leon Brown und seine Band legen im Wyndham Hotel ein swingendes, grandioses Konzert hin. Von Julia Zuew

Es wird still im Saal des Wyndham Hotel, als der erste Applaus verklungen ist. Nach einigen Takten der siebenköpfigen Jazz-Formation rund um den Frontmann Leon "Kid Chocolate" Brown am Kornett wippt im Publikum jedoch schon mancher Fuß mit, einige schließen die Augen und lassen sich von dem Rhythmus von Bass und Schlagzeug treiben.

In kurzen Soli stellen die Mitglieder des internationalen Septets sich vor: Aus Ungarn, Australien, Frankreich, Deutschland und Amerika haben die Sieben sich zusammengetan, um das einzige Konzert in Deutschland auf ihrer jetzigen Tournee zu geben. Verspielt bricht sich die Melodie der Klarinette durch den Beat der Drums, ab und zu wird das Klavier lauter und drängt sich in den Mittelpunkt. Mit Sebastien Girardot am Kontrabass und Guillaume Nouaux am Schlagzeug ist die beste Rhythmus-Kombi Frankreichs in der Besetzung, und beide sorgen mit ihren Solo-Einlagen in der gesamten Show immer wieder für stürmischen Applaus. Insbesondere Nouaux wirkt bei seinem Drum-Solo ganz in sich versunken, spielt mit ganzem Körpereinsatz und holt mit den unterschiedlichsten Techniken alles aus Becken, Tom und Snare raus. Kid Chocolate, selbst aus New Orleans in den Vereinigten Staaten, der Wiege des Jazz, gehört zu den Meistern des New Orleans Jazz. Bereits im Alter von 15 Jahren tourte er rund um die Welt, gewann 2010 einen Grammy. Mit diversen Künstlern aus aller Welt hat er bereits zusammengearbeitet, ist nicht nur im Jazz, sondern auch im Soul und Blues zuhause. Auch Aurélie Tropez brilliert an der Klarinette. Ihr Stil bewegt sich zwischen New Orleans Jazz und Swing, die Spielweise scheint dem Instrument eine eigene Stimme zu verleihen. Mal aufmüpfig, mit verspielten Höhen, manchmal stark und dominant, immer wieder im Zusammenspiel mit den tiefen Klängen des Kontrabass. Die junge Musikerin aus Frankreich spielt in verschiedenen Formationen nicht nur Klarinette, sondern auch Saxophon.

Improvisation und einstudierte Takte wechseln sich in der Show des Septets immer wieder ab, die Stücke untermalt Brown immer wieder mit Gesang, die Posaune schwingt leise mit. Die Ränge im Wyndham sind nahezu ausverkauft, und schnell zeigt sich, dass es sich für das Publikum an diesem Abend gelohnt hat. Die sieben Musiker sind nahezu perfekt eingespielt, über einen kurzen Blick oder ein leichtes Handzeichen spielen sie sich die Show zu, mit der Posaune lässt sich Brown auf ein kleines Duell ein. Das Duisburger Publikum, dass sich zu Beginn des Abends noch in Zurückhaltung übt, zeigt sich bereits nach den ersten Stücken von der Show durchweg begeistert, schwingt mit den virtuosen Klängen der Band mit. In den Beifall mischt sich auch mancher begeisterte Ruf - der Abschied für die Band fällt grandios aus.

Quelle: RP
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