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Duisburg
Jede vierte Fahrt geht ins Leere

Duisburg. Werden die Rettungsfahrzeuge der Feuerwehr angefordert, rücken sie aus, oft ohne genaue Hintergründe des Einsatzes zu kennen. Abgerechnet (mit den Krankenkassen) wird später. Doch da tun sich immer wieder Lücken auf.

Ob nach einem schweren Unfall oder weil jemand auf der Straße hitzebedingt umgekippt - rund 70 000 Mal im Jahr werden die Rettungswagen der Feuerwehr angefordert. Treffen die Helfer am Einsatzort ein, so wissen sie nicht, ob vor ihnen ein Erste-Klasse-Krankenversicherter liegt oder ein Hilfsbedürftiger, der sich noch nicht einmal ausweisen kann oder ein Erkrankter, der sich mit Händen und Füßen dagegen wehrt, ins Krankenhaus gebracht zu werden. Ihre Aufgabe ist es, zu helfen und für das "Opfer" das möglichst Beste zu tun. In jedem vierten Fall müssen in Duisburg die Einsätze im Rettungsdienst allerdings als "Fehlfahrt" verbucht werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn der Hilfsbedürftige keine Angaben zu seiner Person machen kann und/oder keinen Ausweis bei sich hat.

Das gilt aber auch für Einsatzfahrten der Feuerwehr: Ist die Lage nicht eindeutig, so rückt sie mit Mann und Maus aus. Denn es könnte am Einsatzort Verletzte geben (und es könnte sich auch besondere Verletzungsgefahren für die Retter selbst ergeben). Eine Fehlfahrt wird verbucht, wenn ein Hilfsbedürftiger sich weigert, in den Krankenwagen zu steigen oder wenn die Retter gerufen wurden und am Einsatz sich dann herausstellt, dass das vermeintliche "Opfer" kerngesund ist oder bereits von Angehörigen ins nächste Krankenhaus gebracht wurde.

Der Stadt gehen durch diese "Fehlfahrten" rund 1,6 Millionen Euro im Jahr verloren, ein Betrag, der bislang ausschließlich zulasten der Stadtkasse ging. Rechtsdezernentin Dr. Daniela Lesmeister hat nun erreicht, dass die Krankenkassen sich zumindest zur Hälfte an diesen Kosten beteiligen. Das dadurch eingesparte Geld soll genutzt werden, um nach Wegen zu suchen, wie die Quote der Fehlfahrten weiter gesenkt werden kann.

Die Kosten für Fahrten des Rettungsdienstes sind seit Jahren immer wieder Thema in den politischen Beratungen gewesen. Unter anderem wegen fehlenden Personals kam die Stadt nicht hinterher, die Einsätze zeitnah mit den Krankenkassen abzurechnen. Dadurch entstanden über Jahre Defizite von 30 Millionen Euro und mehr. Duisburgs Rechtsdezernentin kann nun der Politik Besserung zusagen. In den vergangenen Monaten wurden durch erhöhten Personaleinsatz und durch neue elektronische Abrechnungsverfahren so viele Rechnungen auf den Weg geschickt, dass die offene Summe deutlich unter zehn Millionen Euro liegt - mit weiterer Tendenz abwärts.

Quelle: RP
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