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Duisburg
Jelinek-Oper und elf Stunden Schauspiel-Marathon

Duisburg. Am 18. August beginnt die diesjährige Ruhrtriennale, im dritten und somit letzten Jahr der Intendanz von Johan Simons. In den sechs Wochen laufen vier der 40 Produktionen in Duisburg ab, je zwei in der Gebläsehalle und in der Gießhalle im Landschaftspark Nord.

Es beginnt für Duisburg am 25. August, um 20 Uhr, in der Gebläsehalle, mit der Uraufführung der jüngsten Oper "Kein Licht. (2011/2012/2017)" von Philippe Manoury, einem der bedeutendsten lebenden französischen Komponisten. Sie zeigt eine Geisterwelt nach dem Super-GAU und rechnet mit unserem Glauben an die Beherrschbarkeit der Technik ab. Elfriede Jelinek hat dafür ihren von Fukushima inspirierten Stücktext von 2011 zweifach weitergeschrieben.

Zunächst ließ die österreichische Nobelpreisträgerin eine Trauernde an den Ort des Geschehens zurückkehren. 2017 verfasste sie dann einen weiteren Zusatztext, exklusiv für die Duisburger Aufführung, über die Kehrtwende von US-Präsident Trump bei Umwelt- und Klimaschutz.

Manoury erarbeitet in den Proben zusammen mit Nicolas Stemann, einem der prägenden Theater-Regisseure Europas, eine neue Form aus vorkomponierten orchestralen und elektronischen Partitur-Modulen, verbunden mit Live-Elektronik, die in Echtzeit in die Modulation der gesungenen und gesprochenen Texte eingreift. Auf diese Weise ist der Regisseur nicht so streng an eine vorab durchgängig festgelegte Partitur gebunden, wie es sonst bei Opern der Fall ist. Zu den Ausführenden zählt Caroline Peters, "Schauspielerin des Jahres" 2016.

In der Gießhalle läuft ab dem 7. September, um 19 Uhr, das Schauspiel "Hunger: Trilogie meiner Familie 3" nach Émile Zola (insbesondere dem Roman-Zyklus "Rougon-Maquart") mit dem Ensemble des Thalia-Theaters in der Inszenierung von Luk Perceval und ab dem 15. September, um 13 Uhr, die dann komplette Trilogie "Liebe + Geld + Hunger".

Letzteres ist ein elfstündiger Marathon mit zwei Pausen - geboten werden dabei auch mobile Masseure für steife Nacken und schwere Beine, außerdem ein Catering-Paket, zu dem man sich aber über die Homepage der Ruhrtriennale anmelden muss.

Ab dem 21. September, um 19.30 Uhr, schließt sich dann in der Gebläsehalle des Landschaftsparks Nord der Kreis mit einem weiteren Musiktheater-Projekt, nämlich der Uraufführung "Homo Instrumentalis" auf Musik von Georges Aperghis, Luigi Nono und Yannis Kyriakides.

Es gibt noch Karten, auch für die jeweils weiteren Vorstellungen, am einfachsten im Internet unter www.ruhr3.com.

(hod)
 
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