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Duisburg
Jonathan Zydek und der Sog der Klavier-Romantik

Duisburg. Im Rahmen der Sparkassenkonzerte "Große Klaviermusik" im zumeist gut gefüllten Kleinen Konzertsaal treten nicht nur die Dozenten vom Campus Duisburg der Folkwang-Universität der Künste auf, sondern auch regelmäßig herausragende Studierende, als "Forum für junge PianistInnen" (die RP berichtete). Jetzt präsentierte sich hier Jonathan Zydek, er absolviert den Masterstudiengang "Professional Performance" bei Prof. Till Engel.

Der junge Pianist umkreiste in vier Stufen die musikalische Romantik, zunächst als Vorahnung in der Fantasie d-Moll KV 397 (385g) von Wolfgang Amadeus Mozart, danach als Ausklang - gut ein Jahrhundert später - in den drei Intermezzi op. 117 von Johannes Brahms.

Dann aber drang er mitten ins Herz der Klavier-Romantik vor, mit der Fantasie C-Dur "Wanderer" D 760 von Franz Schubert. Freie Form und eine Mischung aus leidenschaftlichen Höhenflügen und verinnerlichten Träumereien, gekonnt gebändigt durch eine längst gesicherte Spieltechnik: so lässt sich dieser Klavierabend zusammenfassen.

Nach dem ersten Teil benötigten alle unbedingt eine Pause, und danach kam noch der größte "Hammer" des Konzerts, nämlich die gut halbstündige und in jeder Hinsicht höchst anspruchsvolle Fantasie C-Dur op. 17 von Robert Schumann. Fast ließe sich sagen, Jonathan Zydek habe hier den Virtuosen in sich freigelassen - stünde diese Musik nicht weit über jeder Art von oberflächlicher Virtuosität.

Jedenfalls machte der Student hier einen weiten Sprung zum großen Künstler. Zur Beruhigung der Gemüter gab es noch eine passende Zugabe, nämlich "Von fremden Ländern und Menschen" aus Robert Schumanns Zyklus "Kinderszenen" op. 15.

(hod)
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