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Duisburg
Junge Flüchtlinge sind hoch motiviert

Duisburg. Ulrich Käser, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, ist zuversichtlich, dass ein Großteil der Flüchtlinge eine Stelle finden wird. Im Dezember stieg die Arbeitslosenquote wieder und liegt nun bei 13 Prozent. Von Hildegard Chudobba

Im Dezember ist die Arbeitslosenquote in Duisburg wieder gestiegen, wenn auch nur um 0,1 Prozentpunkte. Sie liegt jetzt bei 13 Prozent. Im letzten Monat des vorigen Jahres waren 32.254 Duisburger auf Jobsuche, 248 mehr als noch im November. Die Zahl der Personen, die in Qualifizierungen, Aktivierungsseminaren und Arbeitsgelegenheiten beschäftigt waren und deshalb nicht als Arbeitslose gezählt werden (Unterbeschäftigung im engeren Sinne), lag im Dezember bei 6570.

Die Arbeitslosenquote im Versicherungsbereich (SGB III) blieb unverändert bei 1,9 Prozent. In der Grundsicherung (SGB II) stieg die Arbeitslosenquote um 0,1 Prozentpunkte und liegt aktuell bei 11,1 Prozent. Im Dezember des Vorjahres lag sie bei 10,2 Prozent und damit um 0,9 Prozentpunkte unter dem aktuellen Wert. 27.468 Personen (+ 264 und + 1,0 Prozent) waren im Dezember in der Grundsicherung arbeitslos gemeldet (im November waren es 27.204).

Die Zugänge in Arbeitslosigkeit insgesamt sind im Dezember um 128 oder 2,4 Prozent niedriger ausgefallen als im Vormonat. Die Zahl der Zugänge hat sich dadurch von 5408 im November auf jetzt 5280 verringert. Im Dezember des Vorjahres lag die Zahl der Zugänge in Arbeitslosigkeit noch bei 5554 und damit um 274 oder 4,9 Prozent über den Zugängen in Arbeitslosigkeit in diesem Dezember.

Von den 5280 neu gemeldeten Arbeitslosen kamen im Dezember 1587 aus einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit. Gegenüber den 1679 Zugängen aus Erwerbstätigkeit im November mussten sich im Berichtsmonat 92 oder 5,5 Prozent weniger Menschen nach einer vorhergehenden Erwerbstätigkeit arbeitslos melden. 1177 Kunden der Agentur für Arbeit in Duisburg bekamen im Dezember wieder einen Job.

Wenn die Kräftenachfrage im Dezember sinkt, ist dies für Ulrich Käser eine ganz normale Entwicklung, denn: "Das Weihnachtsgeschäft im Handel ist gelaufen und die meisten anderen Unternehmen sind mit ihren Jahresabschlüssen beschäftigt. An neues Personal denkt man so erst wieder im neuen Jahr", sagt der Agentur-Chef. Der Stellenbestand ist gegenüber dem Vormonat gesunken und liegt aktuell bei 3412 Angeboten (- 156).

Anders als in den Vormonaten ist im Dezember die Zahl der Arbeitslosen unter 25 Jahre nicht weiter gesunken. Für Ulrich Käser ist diese Entwicklung ebenfalls nicht überraschend: "Viele der Zuwanderer aus Südosteuropa und auch Flüchtlinge sind unter 25 Jahre alt. Dies erklärt, warum wir im Versicherungsbereich weiter rückläufige Zahlen verzeichnet haben, während sie in der Grundsicherung gestiegen sind. Allein rund zehn Prozent der Arbeitslosen unter 25 Jahre stammen aus Südosteuropa; und mit den jetzt steigenden Anerkennungszahlen werden auch zunehmend mehr Flüchtlinge in dieser Personengruppe zu finden sein." Im Dezember waren 10.694 Ausländer von Arbeitslosigkeit betroffen. Dies sind 212 oder zwei Prozent mehr als im Vormonat (10.482) und 1.249 oder 13,2 Prozent mehr als im Dezember des Vorjahres (9.445).

Die Zahl der Arbeitslosen über 50 Jahre erhöhte sich und liegt aktuell bei 9008. Die Zahl der arbeitslosen Personen über 55 Jahre stieg im Dezember im Vergleich zum Vormonat ebenfalls wieder leicht von 4974 auf nunmehr 5032 an.

Ulrich Käser erwartet auch in den kommenden Monaten einen weiteren Anstieg der Ausländer-Arbeitslosigkeit: "Während die steigenden Zahlen in den vergangenen Monaten überwiegend in der Zuwanderung aus Südosteuropa begründet waren, erkennen wir jetzt verstärkt anerkannte Asylbewerber unter den Neukunden."

Für ihn zeigt der Dezember eigentlich ein übliches Bild zum Jahresausklang mit der Besonderheit, dass "wir durch die Zuwanderung und die langsam auf den Arbeitsmarkt zukommenden Flüchtlinge, verbunden mit der Zuwanderung des auslaufenden Jahres, in der Grundsicherung steigende Arbeitslosenzahlen haben." Käser erklärt auch, dass "wir bei den überwiegend jungen Flüchtlingen eine hohe Lernbereitschaft erkennen, insbesondere beim Lernen der deutschen Sprache." Dazu zeigten sie eine hohe Motivation. "Ich erwarte daher, dass es uns so nach erfolgtem Spracherwerb und Anpassungs- und Qualifizierungsmaßnahmen gelingen kann, einen Großteil dieser jungen Menschen am Arbeitsmarkt unterzubringen."

Quelle: RP
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