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Duisburg
Junge Musiker aus Vilnius bejubelt

Duisburg. Seit einigen Jahren organisieren drei Stiftungen, zwei aus Duisburg und eine aus seiner litauischen Partnerstadt Vilnius, Begegnungen jugendlicher Musiker aus den beiden Regionen. Jetzt gaben die Fasel- und die Köhler-Osbahr-Stiftung zusammen mit der Rostropowitsch-Stiftung wieder ein heftig bejubeltes Konzert im ausverkauften Lehmbruck-Trakt im gleichnamigen Museum. Von Ingo Hoddick

Die Stiftungen stehen für Weltoffenheit und für ein Europa "in Toleranz offen für Kultur", erklärte Reinhold Kube, Vorsitzendes des Vorstands der Fasel-Siftung, zu Begrüßung: "Diesem freiheitlichen Geist unserer Stifter sind wir gerade hier in Duisburg besonders verpflichtet, in einer Stadt, die bei dem Aufeinandertreffen so sehr verschiedener Kulturen wie in einem Schmelztiegel den Weg zu gemeinsam integrierten Wurzeln noch finden muss. Zu Wurzeln etwa, die wie Kunst und Musik ALLE Menschen verbinden. Denn die Musik ist eine Sprache, die keine Grenzen kennt: Keine territorialen und keine in den Köpfen."

Es begann mit einem Streichquartett der Duisburger Philharmoniker um Konzertmeister Tonio Schibel - die Bratschistin war an ihrem Geburtstag kurzfristig eingesprungen - und dem Finale aus dem Streichquartett C-Dur KV 465 von Wolfgang Amadeus Mozart.

Im folgenden begleitete das Quartett einige der bereits vorzüglichen fünf jungen Musiker, in eigens angefertigten und klugen Arrangements von Borisas Traubas, Litauens führendem Arrangeur. Zum Beispiel gleich zu Beginn Jonas Vozbutas, 12 Jahre jung (und noch jünger wirkend) aus Mazeikiai in zwei der "Five Tango Sensations" von Astor Piazzolla, denen der Akkordeonist zwei Sätze aus dem Solowerk "Impasse" von Franck Angelis folgen ließ. Noch ein Jahr jünger ist der Trompeter Justas Draksas aus Siauliai, hier mit dem lyrischen "Trumpeter's Lullaby" von Leroy Anderson und dem halsbrecherischen "Le Carnaval de Venise" (Variationen über "Mein Hut, der hat drei Ecken") von Jean-Baptiste Arban. Maja Wunderlich (Saxophon, 14 Jahre jung) aus Oberhausen beziehungsweise Mülheim und Jonas Sentob (Akkordeon, 17) aus Rheinberg beeindruckten mit dem dritten Satz "Hectic Highway" aus dem Originalwerk "So many Roads" von Ad Wammes und dem beliebten "Csárdás" von Vittorio Monti. Jonas Sentob ergänzte noch mit dem solistischen Musette-Walzer "Indifférence" von Tony Muréna und Joseph Colomb.

Die größte Sensation war aber Ugne Katinskaite aus Vilnius. Diese Geigerin ist mit ihren 14 Jahren schon eine wirklich große Künstlerin, was sie hier bewies mit dem virtuosen "Thème original varié" op. 15 von Henryk Wieniawski.

Als allseits willkommene Zugabe vereinten sich alle neun Musiker zu "I got Rhythm" von George Gershwin.

Quelle: RP
 
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