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Duisburg
Kammerkonzert mit elektrischer Violine

Duisburg. Als "Artist in Residence" der Duisburger Philharmoniker hat der Geiger Kolja Blacher in dieser Spielzeit bereits ganz unterschiedliche Facetten seiner markanten Künstlerpersönlichkeit gezeigt - als brillanter Solist, als umsichtiger Ensembleleiter und fesselnder Gestalter instrumentaler Monologe. Kolja Blachers charakteristische Handschrift prägt auch das Programm des siebten Duisburger Kammerkonzerts am Sonntag, 19. April, um 19 Uhr im Theater am Marientor.

Eine wichtige Etappe in der Biografie des vielseitigen Musikers waren die Jahre von 1993 bis 1999, in denen er neben seiner solistischen Karriere als Erster Konzertmeister der Berliner Philharmoniker wirkte. Es war die "Ära" Claudio Abbados, in der auch der australische Bratscher und Komponist Brett Dean dem Orchester angehörte. Mit ihm verbindet Kolja Blacher eine intensive Künstlerfreundschaft, die auch bestehen blieb, nachdem sich beide 1999 aus dem illustren Klangkörper verabschiedet hatten.

Brett Dean hat seither eine Fülle von Werken geschaffen, die über das Lob der Fachpresse hinaus auch beim Publikum große Zustimmung finden. Die Musik des Australiers zeichnet sich durch eine hohe innere Dynamik aus; rhythmische und melodische Muster werden zu Klangflächen von elektrisierender Wucht vernetzt. 2013 brachte Kolja Blacher gemeinsam mit dem Münchner Kammerorchester Brett Deans "Electric Preludes" zur Deutschen Erstaufführung und lernte dafür sogar ein neues Instrument: Die sechssaitige elektrische Violine fordert dem Geiger ganz ungewohnte Spielweisen ab, beschert dafür aber ein enorm erweitertes Ton- und Klangspektrum. Es ist eine äußerst impulsstarke, vibrierende Musik, deren unmittelbarer Klangreiz sich keineswegs nur Freunden der Neuen Musik erschließt.

Kolja Blacher und sein vertrauter Duo-Partner Clemens Hagen eröffnen das Konzert mit Maurice Ravels Sonate für Violine und Violoncello, in der sich der große Impressionist ungewöhnlich konstruktiv und spröde gibt. Am Ende steht die 15. (und letzte) Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch, die der russische Pianist Viktor Derevianko für Violine, Violoncello, Klavier, Celesta und drei Schlagzeuger bearbeitet hat. Es ist eine tragisch grundierte, maskenhafte, aber auch von spleenigem Humor durchzogene Musik, mit der sich der greise Meister quer zu allen Geboten der kommunistischen Musikdoktrin stellte.

Bei seinem Abschiedskonzert als "Artist in Residence" arbeitet Kolja Blacher noch einmal mit Mitgliedern der Duisburger Philharmoniker zusammen. Die musikalische Leitung hat der junge koreanische Dirigent Seokwon Hong, der seit 2009 durch das Dirigentenforum des Deutschen Musikrats gefördert wird.

Die Karten für das Konzert kosten zwischen zehn und 22 Euro, ermäßigt 5,50 und 11,50 Euro.

Quelle: RP
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