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Duisburg
Kampf gegen Kaugummis und Zigaretten

Duisburg: Kampf gegen Kaugummis und Zigaretten
WBD-Chef Thomas Patermann (links) und OB Sören Link warben gestern für die Sauberkeits-Kampagne. FOTO: Luhrenberg
Duisburg. Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg haben mit dem zweiten Teil ihrer Sauberkeitskampagne "Mach's Rein!" begonnen. Neue Botschaften und ein stärkerer Heimatbezug sollen das Bewusstsein für eine sauberere Stadt stärken. Von Jan Luhrenberg und Vincent Rastfeld

Der Startschuss ist gefallen: Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg haben den zweiten Teil ihrer Sauberkeitskampagne "Mach's rein!" in Angriff genommen. Bereits seit dem 6. April werden im gesamten Stadtgebiet neue Maßnahmen getroffen, um für eine saubereres Duisburg zu sorgen. Die Wirtschaftsbetriebe nehmen dabei besonders Kaugummis und Zigarettenstummel in den Fokus.

Unter anderem 3000 neue Papierkorbaufkleber und 76 Plakate verteilen die Wirtschaftsbetriebe in der Stadt. Auf den blauen Mülleimern der Stadt prangen dann neue Aufschriften wie "Walsum wirft's wech" oder "Ruhrort macht klar Schiff". "Wir wollen die Bürger in den einzelnen Bezirken stärker in den Fokus nehmen und mitziehen", erklärte Thomas Patermann, Sprecher des Vorstands der Wirtschaftsbetriebe. Ziel sei, so viele Menschen wie möglich zum Mitmachen zu bewegen. "Mach's rein ist eine Mitmachkampagne," sagte er.

Auch auf den neuen, sogenannten "Gum Walls", die dieses Jahr erneut am Hauptbahnhof zu finden sind setzt sich dieses Motto fort. Auf ihnen ist eine Karte der Stadt zu sehen, auf der die Duisburger angeben können, aus welchem Teil Duisburgs sie kommen. Dazu muss ein Kaugummi nur auf den betreffenden Stadtteil geklebt werden.

Mit den "Gum Walls" möchten die Wirtschaftsbetriebe dafür sorgen, dass weniger Kaugummis auf die Gehsteige und Straßen gespuckt werden. Für Patermann sind Kaugummis eins der größten Probleme: "Die können auf den Straßen selbst mit einem angemessenen Aufwand kaum entfernt werden."

Ein weiterer Dorn im Auge der Wirtschaftsbetriebe sind weggeworfene Zigarettenstummel auf den Gehwegen und Straßen. Um sie zu verhindern, stellen die Wirtschaftsbetriebe wie schon im vergangenen Jahr sogenannte "Cigarette Votes" auf. Wenn ein Raucher seinen Zigarettenstummel in eine Box wirft, kann er auf eine eher scherzhaft gestellte Frage antworten - zum Beispiel "Welches Geschlecht fährt besser Auto?".

Eine weitere Aktion im Rahmen der Kampagne ist das Sauberkeitsbündnis, das die Stadt mit jedem Duisburger abschließen möchte. In ihm können sich alle, die mitmachen möchten, per Unterschrift zu einem sauberen Duisburg bekennen. Bis Ende September ist eine Teilnahme unter Angabe von Name und Bezirk, in dem man wohnt, möglich. Danach werden alle bis dahin gesammelten Unterschriften auf eines der Straßenreinigungsfahrzeuge der Wirtschaftsbetriebe gedruckt.

Zudem werden in dem Stadtteil mit den meisten Bündnis-Teilnehmern fünf Hundekotbeutelständer, sogenannte "Wuffibags" aufgestellt. Aus dem Gewinnerbezirk wird der Gewinner eines Saugroboters ausgelost. Teilnehmen ist übers Internet unter www.machsrein.de oder bei Veranstaltungen, auf denen das Infomobil der Wirtschaftsbetriebe steht, möglich. Das städtische Unternehmen versucht den Erfolg aus dem ersten Teil der Kampagne zu wiederholen. Trotz der teilweise harschen Kritik, als Mülleimer-Beschriftungen wie "Geht doch, Gülcan" oder "Mach et, Mehmet" einen Shitstorm im Internet auslösten, habe es viele positive Rückmeldungen gegeben, sagt Patermann. "Wir haben ein positives Fazit aus der Kampagne gezogen, weil sehr viele Duisburger mitgemacht haben."

Oberbürgermeister Sören Link ergänzte: " Es ist hervorragend gelungen, Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken." Nun gehe es in einem zweiten Schritt darum, an das Heimatgefühl der Duisburger zu appellieren und das Interesse für eine saubere Stadt zu fördern. Er sei sicher, dass die neue Kampagne dazu beitragen wird, das Bewusstsein der Duisburger für einen sorgsamen Umgang mit Müll zu stärken und die Stadt noch sauberer zu bekommen.

Die Kosten für die aktuelle Kampagne belaufen sich nach Angaben von Silke Kersken, Pressesprecherin der Wirtschaftsbetriebe, auf rund 100.000 Euro. Das Ende der Werbeaktion sei zunächst bis Ende des Jahres geplant. "Wenn uns viele positive Rückmeldungen erreichen, dann kann sie aber auf das nächste Jahr erweitert werden", berichtete Kersken.

Quelle: RP
 
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