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Duisburg
Kann man seine Mama umtauschen?

Duisburg: Kann man seine Mama umtauschen?
Am Eröffnungstag des Festivals gastiert die Gruppe "Arenas y Esteras" aus Peru im Theaterzelt, das in diesem Jahr klimatisiert ist. Die jungen Akteure erzählen ohne Worte eine Legende aus der Inka-Zeit. FOTO: festivalbüro
Duisburg. Das 18. KinderKulturFestival bietet vom 16. bis 24. Mai am Innenhafen ein reichhaltiges Programm mit Theater, Konzerten, Workshops, Vorleserunden und einer Physik-Mitmachausstellung. Das Motto heißt "Unglaublich!". Von Peter Klucken

Zum 18. Mal gibt es in diesem Jahr ein KinderKulturFestival, das somit, wie Kulturdezernent Thomas Krützberg gestern sagte, volljährig wird. Das Motto, das auf allen Plakaten und Programmbroschüren zu lesen ist, heißt "Unglaublich!". Von Samstag, 16. Mai, bis Sonntag, 24. Mai, kann man auf dem Innenhafengelände zwischen dem Ludwigforum und der ehemaligen DKM-Ausstellungshalle viel erleben, darunter wohl auch Unglaubliches. Beteiligt sind Akteure aus Deutschland, Spanien, Belgien, der Schweiz und aus Peru. Die Verbindung zu Südamerika kommt über die Hamburger "Kinderkulturkarawane" zustande, die, gefördert von der UNESCO, Gruppen aus Übersee zu dreimonatigen Europa-Tourneen einlädt. An allen Festivaltagen geöffnet ist die große Mitmach-Ausstellung "Physik Phänomenal" der Phänomenta Flensburg, die schon Vierjährige (aber auch begleitende Erwachsene) zu einer Entdeckungsreise in die Welt der Kräfte, Wellen und Schwingungen einlädt. Die 20 Stationen werden in der ehemaligen DKM-Galerie aufgebaut. Die Mitmach-Ausstellung ist an den Werktagen vormittags nur für Schulklassen und Kindergartengruppen nach Anmeldung geöffnet. Nachmittags und an den Wochenenden können Kinder und Eltern ohne Voranmeldung in die Welt der Physik eintauchen (Eintritt pro Person zwei Euro, die Familienkarte für vier Personen kostet fünf Euro).

Der zweite Schwerpunkt des Festivals ist das Kindertheater. Im - in diesem Jahr zum ersten Mal klimatisierten - Theaterzelt gastieren preisgekrönte Gruppen und Einzelkünstler. Auch hier gilt: Die Vorstellungen an den Werktagen um 11 Uhr sind für Schulen und Kindergärten reserviert und nur nach Voranmeldung zu besuchen. Nachmittags und an den Wochenenden steht das Zelt allen offen. Clemens Richert, Leiter des KinderKulturFestivals, sagte gestern, dass die Termine noch nicht alle vergeben sind. Er ermuntert ausdrücklich auch die Kindergärten und Grundschulen, die bislang nie zu einem KinderKulturFestival gekommen sind, diesmal die Chance zu nutzen, den jungen Leuten für ganz wenig Geld viel zu bieten.

Das Theaterangebot ist vielfältig und verspricht, interessant zu sein. Gespielt wird beispielsweise "Hast du Angst? fragt die Maus", ein Figurenstück der "Theater Complizen" nach einem Buch von Rafik Schami und Katrin Schärer. Die Maus versucht da herauszufinden, was Angst ist und befragt den Elefanten, den Löwen und die Grille. Plötzlich blickt sie der Schlange ins Auge - und hat selber Angst. Wieder mal in Duisburg dabei ist der mit Theater-Preisen bedachte Daniel Wagner vom Berliner "Theater Zitadelle", der für seine eigenwilligen Märchenbearbeitungen bekannt ist. Diesmal ist er mit "Die gestiefelte Katze" beim Duisburger Festival vertreten. "Kann man eine Mama umtauschen wie Schuhe, die nicht passen?", fragt sich die kleine Sophie, die die Verbote ihrer Mutter nicht akzeptieren möchte. Das Schweizer Theater Katerland geht dieser Frage in dem Stück "Neue Mama gesucht" nach. Natürlich gibt es ein Happyend.

Am Eröffnungstag bespielt die peruanische Gruppe "Arenas y Esteras" (übersetzt: Sand und Strohmatten) das Theaterzelt mit seinen 120 Plätzen. Die Gruppe "erzählt" ohne Worte aber mit Musik, Tanz und Zirkusakrobatik vom Inka-Schöpfergott "Wiracocha". Und am letzten Festivalwochenende baut die spanische Gruppe "Compagnie Katakrak" Spielgeräte aus Dingen, die vergessen oder weggeworfen wurden. Mit ihrer Installation "L' Animalada" (Eselei) fordert die Gruppe Jung und Alt auf, gemeinsam zu spielen und sich zu amüsieren.

Am Programm beteiligen sich aus Duisburg das Lehmbruck-Museum, das Kultur- und Stadthistorische Museum und die Stadtbibliothek.

Quelle: RP
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