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Duisburg
Kantpark soll "aufgeräumter" werden

Duisburg: Kantpark soll "aufgeräumter" werden
Auf reges Interesse stießen die Ideen der Planer für den Kantpark. Angesichts der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel ist allerdings jetzt schon klar, dass nicht alles auch verwirklicht werden kann. FOTO: Andreas Probst
Duisburg. Im Lehmbruck-Museum trafen sich am Samstag zahlreiche Bürger zum dritten Kant-Park-Forum, um die mittlerweile fortgeschrittenen Vorstellungen der drei miteinander konkurrierenden Landschaftsarchitektur-Büros zu begutachten. Von Volker Poley

Der Kant-Park zeigte sich am Samstag von seiner schönsten herbstlichen Seite. Auf den Spielplätzen sahen Eltern ihren Jüngsten beim Spielen zu, Spaziergänger nutzten das milde Herbstwetter, und am Ende des Parks ging es beim Boule-Spiel hoch her. Im Museum hingegen ließ sich auch Direktorin Dr. Söke Dinkla die Präsentation nicht entgehen, erhofft sie sich doch von der Neugestaltung positive Aspekte für eine bessere Ein- und Anbindung des Lehmbruck-Museums. Ziel der Umgestaltung des über sieben Hektar großen Parks im Herzen der Stadt, für die 1,2 Millionen Euro zur Verfügung stehen, ist unter anderem eine bessere Anbindung an die Innenstadt, eine deutlichere Herausstellung des Lehmbruck-Museums und der Cubus-Kunsthalle und eine Optimierung der öffentlichen Nutzung insgesamt (Stadtgärten, Sport und Spiel).

Dabei kamen auch die bekannten und unerfreulichen Begleiterscheinungen der dort ansässigen Drogenszene zur Sprache ("Problem ist nicht mit planerischen Mitteln zu lösen"). Der Düsseldorfer Jörg Faltin, Spezialist für komplexe Planungsverfahren, moderierte die Präsentationen der drei Architekturbüros und die jeweils sich anschließenden Diskussionen. Frans Boots vom Amsterdamer "Bureau B+B" machte deutlich, dass der Park "ein bisschen aufgeräumt" werden muss. Die rund 500 Bäume wollen die Niederländer erhalten ("Das grüne Dach der Stadt"), die zahlreichen Sträucher und Büsche in der bisherigen Form aber nicht, da sie den Park "zerstückeln" und "wie Barrieren" wirken. Insgesamt sei der Park mit seinen Funktionsräumen zu unübersichtlich, das Wegenetz schlecht und unstrukturiert. Eine wichtige Rolle spielt bei den "B+B"-Planungen die Konzeption neuer Wege mit einer "Skulpturen-Route", eine Verlagerung des Spielplatzes und die Schaffung von zentralen Ruhezonen. Hochinteressant waren auch die Entwürfe, die "Greenbox"-Landschaftsarchitekt Hubertus Schäfer vorstellte. Die Kölner Planer hatten dem Kantpark ein "Passepartout" verpasst. Dabei stellen sie sich an der Innenstadt-Seite (Friedrich-Wilhelm-Straße) künftig eine Art "Kant-Park-Gallery" vor, die weiteren Seiten sollen den Themen "Wohnen/Nachbarschaft", "Sport und Schule" (Steinbart-Gymnasium) und "Kunstquartier" (Dellviertel) gerecht werden. "Greenbox" will mehr Licht in den Park bringen - mit freiem Blick auf das Lehmbruck-Museum - und klare Verknüpfungswege in die Stadt. Der Berliner Landschaftsplaner Günther Vogt möchte gerne die "Verschattung" des Parks durch ein massives Zurückschneiden der Bäume reduzieren, Büsche, Sträucher und Mauern entfernen. Neben größeren zusammenhängenden Rasenflächen sollte auch eine neue Magistrale durch den Park führen. Aufwerten will man auch das Gartenprojekt "Kants Garten", das ja jetzt schon "ein sehr schönes Element" sei. Stadtentwickler Hendrik Trappmann sah in allen Vorschlägen "viel Positives", auch wenn klar sei, dass die Möglichkeiten bei dem vorgegebenen Etat für die Planer "schon begrenzt" sind. Duisburgs Umweltdezernent Ralf Krumpholz war jedenfalls hocherfreut über "die Qualität" der gemachten Vorschläge.

Sportlehrer Hartwig Wollert vom Steinbart-Gymnasium - seit diesem Jahr "NRW-Sportschule" - nutzt den Park auch für den Schulsport. Er würde sich darüber freuen, wenn der marode Bolzplatz im Park wieder hergerichtet würde. An die Planer hat er den Wunsch, den Park für den Sport attraktiver zu machen: "Schulsport kann ein belebendes Element für den Park sein."

Quelle: RP
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