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Duisburg
Ab heute sind die Narren richtig los

Karneval in Duisburg 2016: Ab heute sind die Narren richtig los
Üblicherweise zieht es besonders viele Narren am Rosenmontagszug vor das Theater. Damit sie alle ruhig unbeschwert feiern können, steht das DRK bereit, um im Notall zu helfen. FOTO: Reichwein
Duisburg. Mit dem Sturm aufs Rathaus, der in Wirklichkeit einer auf das Zelt davor ist, starten heute die fünf tollen Tage. Für die Narren bedeutet das Spaß, für andere viel Arbeit - zum Beispiel für das Deutsche Rote Kreuz. Von Hildegard Chudobba

Für Umzüge gesperrte Straßen und Plätze, Behörden und Ämter, die heute und am Rosenmontag nur teilweise oder gar nicht geöffnet haben - auch wenn der Rheinische Frohsinn in Duisburg längst nicht so um sich greift wie zum Beispiel in Köln, ist von heute bis Rosenmontag auch hier Feiern angesagt.

Los geht es heute um 11.11 Uhr, wenn die jecken Weiber dem OB auf den Pelz rücken. Ins Rathaus dürfen sie nicht, aber in das Zelt, das vor der Türe auf dem Burgplatz aufgebaut worden ist und in dem es bis Rosenmontag wechselndes närrisches Programm gibt. Die nächsten "Höhepunkte" folgen dann am Wochenende mit drei Umzügen (Homberg-Moers, Hamborn, Serm) und am Rosenmontag mit zwei weiteren (Innenstadt und Neumühl).

Für das Deutsche Rote Kreuz bedeutet vor allem der Straßenkarneval viel Arbeit. Dank der ehrenamtlichen Helfer soll wie in den Vorjahren sichergestellt sein, dass alle Hilfesuchenden auch Hilfe finden. Obwohl die Freiwilligen zum Teil stark in die Betreuung der Flüchtlinge eingebunden sind, stehen sie an den Karnevalstagen bereit, damit andere beruhigt feiern können.

Den größten Personaleinsatz erfordert der Rosenmontagszug in der Innenstadt, den sich traditionell mehrere Hundertausende anschauen. Fast 70 Helfer stehen entlang der Zugstrecke zwischen Neudorf und dem Innenhafen. Das DRK stellt drei Rettungswagen, zwei Krankentransportfahrzeuge und einen Notarzt und richtet fünf Unfallhilfestellen ein. Sie befinden sich an der Oststraße/Bismarckstraße, vor dem Silberpalais an der Mülheimer Straße, auf der Landfermanstraße/Averdunkstraße, auf der Gutenbergstraße/Poststraße sowie am Stapeltor in Höhe des Pulverwegs. Sven Pöhlsen ist seit 21 Jahren dabei. Inzwischen ist er Vorstandsvorsitzender beim Deutschen Roten Kreuz in Duisburg, aber den Karnevalseinsatz "vor Ort" macht er dennoch mit: "Denn das ist die Hilfe, wegen der sich zum DRK gekommen bin." Und wir er, so seien auch alle seine Kollegen mit Freude bei der Sache. Da gilt es verlorengegangene Kinder mit verzweifelt suchenden Eltern wieder zu vereinen, Betrunkene zu versorgen, damit sie sich und anderen keinen Schaden zufügen können, kleine Wunden zu verbinden oder auch heiße Gemüter zu beruhigen. Zum Glück standen die Karnevalsumzüge in Duisburg bislang immer unter einem guten Stern, Katastrophen gab es hier noch nie. "Drei Mal auf Holz klopfen, denn das soll auch so bleiben", wünscht Pöhlsen sich und seinen Kollegen.

Durch die enge Zusammenarbeit mit Polizei und Ordnungsbehörden, aber auch wegen steigender Sensibilität bei den Besuchern sei in den vergangenen Jahren zum Beispiel die Zahl der betrunkenen Kinder und Jugendlichen spürbar gesunken. Und die hohen Sicherheitsauflagen, die die Veranstalter erfüllen müssen, trügen ebenfalls dazu bei.

Ähnlich stark vertreten wie am Rosenmontag ist das DRK tags zuvor auch beim Kinderzug in Hamborn. Hier sind ebenfalls Hilfestellen eingerichtet worden. Sie sind zu finden auf dem Altmarkt, am Amtsgericht, auf dem Parkplatz der Rhein-Ruhr-Halle, auf dem August-Bebel-Platz, an der Wolfstraße und an der Dislichstraße. Zudem ist im DRK-Gebäude an der Viktoriastraße eine Sammelstelle für "elternlose" Kinder eingerichtet. Denn selbst in Zeiten von Handys gehen die doch immer wieder mal im jecken Trubel "unter".

Quelle: RP
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