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UNSERE WOCHE
Keine Freunde gemacht

Duisburg. Es scheint Bewegung in die Stadt zu kommen, und das nicht nur, weil sich jetzt wieder Menschenmassen über den Weihnachtsmarkt auf der Königstraße schieben. Wenn Schauinsland mit dem Neubau am Firmensitz beginnt, Investoren bekannt geben, was sie am Innenhafen bauen wollen , wenn über Neubauvorhaben im Wohnungsbau geredet wird - dann macht das alles zumindest Hoffnung, dass Duisburg sich langsam nach oben arbeitet.

Entscheidend ist allerdings, was aus all diesen guten Ideen am Ende wird. Entweder darf Oberbürgermeister Sören Link im kommmenden Jahr auf vielen Grundstücken den symbolischen ersten Spatenstich vornehmen oder er kann einpacken. Denn seine Ankündigungen haben alle gehört, auch seine politischen Widersacher.

Dabei hat unser Stadtoberhaupt derzeit noch ein weiteres drängendes Problem. Er muss Personalkosten sparen, ohne sich des Instruments der betriebsbedingten Kündigung bedienen zu können. Das hat ihm in dieser Woche bei seinen Mitarbeitern keine Freunde eingebracht, als er ihnen eröffnet, dass sie quasi künftig noch mehr als heute leisten müssen, ohne dafür mehr Geld zu bekommen.

In der übernächsten Woche will der Personalrat bei einer Belegschaftsversammlung darauf Antworten geben. Beifall klatschen wird er dem OB bei dieser Gelegenheit eher nicht. Bei allem, was der OB ankündigte, empörte angeblich am meisten der Hinweis, dass künftig für Raucherpausen "gestempelt" werden muss und auch bei Arztterminen während der Arbeitszeit. Dabei sollte dies doch eigentlich selbstverständlich sein. Wer beispielsweise morgens nüchtern zum Blutdruckmessen geht und dann eine Stunde zu spät am Arbeitsplatz erscheint, für den sollte es doch selbstverständlich sein, dass er diese 60 Minuten hinten dran hängt. Im Grund genommen ist es ziemlich mutig von Sören Link, mit diesen unpopulären Themen direkt vor die Mitarbeiter zu treten.

Er wäream Mittwoch allerdings besser beraten gewesen, wenn er dies mit dem Personalrat zusammen getan hätte und - vor allem - von vornherein zwei Mitarbeiterversammlungen an diesem Vormittag angesetzt hätte.

Denn wer neben allen städtischen Mitarbeitern auch noch die von einigen Stadttöchtern einlädt, der darf sich nicht wundern, wenn dann auch viele, viele kommen.

hildegard.chudobba@rheinische-post.de

Quelle: RP
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