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Duisburg
Keine Toleranz gegenüber Müllsündern

Duisburg: Keine Toleranz gegenüber Müllsündern
Müllhaufen hinter einem Container: Stoßen die Ordnungsbehörden bei ihren Kontrollen auf solche Zustände wie hier in Hochfeld, wird sofort reagiert. Denn für Ratten sind solche wilden Müllkippen das reinste Paradies. FOTO: Reichwein
Duisburg. Seit einem Jahr werden im Rahmen von "Null Toleranz Aktionen" zum Beispiel Müllsünder aufgespürt, wilde Kippen beseitigt und Schrottautos vom Straßenrand entfernt. Eines ist dabei klar geworden: Die Aktionen sind notwendig. Von Hildegard Chudobba

Ein Fass ohne Boden, so scheint es: Seit einem Jahr gehen Wirtschaftsbetriebe, städtische Ordnungsbehörden und Polizei gemeinsam gegen all jene in Duisburg vor, die meinen, dass man ungestraft zum Beispiel seinen Müll auf der Straße entsorgen darf, (abgemeldete) Schrottautos einfach am Straßenrand entsorgen kann oder parkt, wo es gerade am bequemsten ist, oder so schnell fahren kann, wie es einem gerade in den Sinn kommt.

Zwölf Monate später ist beim Blick auf die Bilanzen festzustellen, dass es dieser "Null Toleranz Aktionen" immer noch bedarf, möglicherweise, weil die Abschreckung nicht groß genug ist.

Im Dezember 2016 beispielsweise beseitigten die Wirtschaftsbetriebe innerhalb von nur einer Woche in Hochfeld 110 wilde Müllkippen. Doch im Juli gab es schon wieder genug Anlass, sich dort erneut umzuschauen. Diesmal waren es 50 Schrottautos und 72 Müllkippen, die es zu entsorgen galt.

Als im Mai eine Woche lang in Marxloh gezielt kontrolliert wurde, stolperten Ordnungsbehörden, Wirtschaftsbetriebe und Polizei über 57 wilde Müllkippen und 32 Autos, die für den Schrottplatz bestimmt waren, nicht aber für den Straßenrand. Die letzte Aktion in dem Stadtteil mit noch mehr Anlass zum Einschreiten lag da gerade mal fünf Monate zurück. Gerade aus diesem Stadtteil im Duisburger Norden machten Beschwerden über zu viel Dreck und Müll im öffentlichen Raum die Runde.

Um nicht den Eindruck zu erwecken, dass ausschließlich Hochfeld und Marxloh Duisburgs Dreckecken sind und weil Bürger mittlerweile auch aus anderen Stadtteilen "Problemstellen" für die Kontrolltruppe meldeten, stand im Juni ein gemeinsamer "Besuch" im westlichen Stadtgebiet an. Auch diesmal wurde eine Woche lang kontrolliert, und zwar in Rheinhausen-Mitte und Friemersheim. Bilanz: 49 Schrottautos und 32 wilde Müllkippen im öffentlichen Straßenraum.

Im Juli ging es wieder nach Hochfeld, wo im öffentlichen Raum erneut jede Menge wilder Müllkippen (72) und Autos für den Schrottplatz (59) entdeckt wurden. Vergleichsweise "sauber" war es im August in Wanheimerort/Wanheim mit "nur" 27 wilden Müllkippen und 36 Schrottfahrzeugen. Im September ging es dann wieder zurück nach Marxloh und 76 wilden Müllkippen sowie 40 Schrottfahrzeugen, mehr als doppelt so viel wie einem Monat später in Ruhrort/Laar.

Die jüngste Aktion führte die Mitarbeiter der Abfallaufsicht in diesem Monat durch Mittel- und Obermeiderich. Die Bilanz aus diesem großen Gebiet: 28 wilde Müllkippen, die durch die WBD beseitigt wurden, und 38 aufgespürte Schrottfahrzeuge, die nun nicht mehr am Straßenrand stehen (bzw. für die die Besitzer die letzte Aufforderung bekommen haben, die Karren zum Schrottplatz zu bringen). Nicht erwähnt sind an dieser Stelle die vielen 100 Verkehrverstöße, die die Polizei und die städtische Geschwindigkeitskontrolle bei den "Null Toleranz"-Aktionen geahndet haben. Bevor der Eindruck entsteht, dass diese Kontrollen nichts bringen: Ohne diese Einsätze wäre es wohl noch schlimmer ...

Quelle: RP
 
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