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Duisburg
Kinder lernen, wie die Kohle zu Strom wird

Duisburg. Zum dritten Mal lud die Stadtwerke Duisburg AG zum bundesweiten Türöffner-Tag der "Sendung mit der Maus" ein. Rund 70 Kindern ab sechs Jahren waren dabei. Von Amela Radetinac

Einen großen Brocken Kohle aus den Tiefen der Zeche Walsum hält der ehemalige Techniker der Stadtwerke Andreas Kamps in den Händen. Er fragt die 15 Kinder der ersten Gruppe, wie damit wohl Strom gemacht werden kann: "Eine Steckdose reinzustecken reicht leider nicht", scherzt Kamps, der inzwischen jährlich bis zu 130 Führungen durch die Werke leitet. Bevor es aber für die Kinder in das letzte von ehemals drei Kohle-Heizkraftwerken geht, erklärt ihnen Kamps, in Manier von Sachgeschichtenerzähler Armin Maiwald, was dort eigentlich geschieht.

Dass die Kohle verbrannt wird, wissen die meisten von ihnen. Weil es aber bei solchen großen Klumpen viel zu lang dauerte, werde die Kohle vorher zu feinem Staub zerstampft. Er hievt einen schweren Mahlzahn hoch. Der siebenjährige Maximilian weiß auch schon, dass mit der dabei entstehenden Hitze Wasser auf über 500 Grad erhitzt wird: "So entsteht Dampf und der wird zu einer Turbine geleitet. Soll ich das noch erklären?" Ein Technik-Fan, der seiner Mutter schon mit fünf erklärt habe, wie eine Dampfmaschine funktioniert.

Kamps versprach, ihn zur Hilfe zu holen, wenn es bei ihm hakt. "Die Turbinenwelle muss sich drehen", erklärt er mit einem Turbinenflügel in der Hand. Der Dampf treibe sie zu 3000 Umdrehungen in der Minute an. "Wisst ihr, was an eurem Fahrrad die Umdrehungen zu elektrischer Energie umwandelt?" Das wissen sie: der Dynamo. "Unser Dynamo nennt sich Generator", sagt er. Von dort aus werde der Strom zu den Steckdosen geleitet, nicht zu vergessen aber, dass noch der Stromzähler dazwischen geschaltet ist. "Deswegen sagt meine Mama immer, wir müssen Strom sparen", tönt es aus den Reihen. Schmunzeln bei den Eltern in den hinteren Reihen.

Wie viel Energie nötig ist, um einfache Haushaltsartikel anzutreiben, erfahren die Kleinen strampelnd auf einem Fahrrad. Sie alle bringen die Lampe zum Leuchten, einige bringen auch den Mixer zum Laufen, doch den Fön mit 600 Kilowatt Verbrauch, brachten nur wenige zum Pusten.

Mit Helm, Weste und Funkkopfhörern ausgestattet, beginnt die Tour anschließend im Maschinenhaus. Dort können sie einen Blick auf die Turbine werfen, die allerdings nicht in Betrieb ist, weil gerade TÜV-Prüfungen stattfinden. Im Maschinenhaus ende die Reise des Wassers nicht nur, sie beginne auch hier. Nächster Halt für Wasser und Gruppe: Kesselhaus. 60 Meter hoch. Dort werden täglich rund 800 Tonnen Kohle aus Kolumbien verbrannt, die täglich Millionen Liter Rheinwasser erhitzen. 200 Tonnen Asche fallen dabei an. 1200 Tonnen ihres Hauptbrennstoffs Kohle lagern die Stadtwerke in Bunkern vor Ort. Einen kleinen Klumpen des ehemals schwarzen Goldes bekommt jedes Kind zur Erinnerung.

Quelle: RP
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