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Duisburg
Kino für alle Schüler an den Duisburger Förderschulen

Duisburg. "Ich frag mich eigentlich, warum es Liebe gibt. Die Jungs sind einfach nur... keine Ahnung, die verstehen nichts von Liebe. Die verstehen nur was von 'Herz kaputt machen'. Das weißt Du doch auch!" Dieses Zitat einer 13-jährigen Teenagerin stammt aus dem Kurzfilm "Freunde bleiben", den Schüler der "Förderschule Eschenstraße" dieses Jahr im Projekt "Ein Kino für alle!" realisierten. Eine Woche lang machten sie ihre Lebenserfahrungen zum Thema, sprachen über Freundschaft, Liebe, Freizeit, aber auch über schwierige Momente in der Vergangenheit. Nicht selbstverständlich für die neun Schüler zwischen 13 und 16 Jahren, die sich im Vorfeld nie mit dokumentarischer Filmarbeit auseinandergesetzt hatten. "Durch die Kombination aus Filmsichtungen und dem Realisieren kleiner Filmübungen erkannte die Gruppe das Potenzial, sich mit der Kamera selbst auszudrücken," beschreibt die Workshop-Leiterin Claudia Ziegenfuß die Idee.

Bereits seit vier Jahren engagiert sich doxs! mit medienpädagogischen Angeboten an Duisburger Förderschulen. Die Initiative "Ein Kino für alle!", gefördert von der Stiftung der Sparkasse Duisburg "Unsere Kinder - unsere Zukunft", verfolgt das Ziel, sich anhand von Filmarbeit für eine lebendige und aktivierende Integrations- und Inklusionspädagogik einzusetzen. Dabei ist doxs! an Schulen vor Ort zu Gast und bietet darüber hinaus auch Festivalvorstellungen für Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf an.

Im Jahr 2015 haben die Förderschulen "Schule Am Rönsbergshof" (Schwerpunkt Geistige Entwicklung) und die "Förderschule Eschenstraße" (Schwerpunkt Lernen) als Partner des Projekts fungiert. Unter der Leitung der doxs!-Medienpädagogin Claudia Ziegenfuß haben sich die jungen Teilnehmer eine Woche lang mit der Welt des Dokumentarfilms auseinandergesetzt. Dabei wurden Filme gesichtet, besprochen und unter Anleitung kurze Clips gedreht, die die Beteiligten ihren Mitschülern vorgestellt haben. An der "Schule Am Rönsbergshof" entstanden vier Kurzfilme, darunter der Beitrag "Schule mal anders", in dem die Jugendlichen die Besonderheiten ihrer Schule im Stil einer Reportage vorstellen. Claudia Ziegenfuß: "Gerade Letzteres ist keine Selbstverständlichkeit, da die Herausforderung innerhalb der Gruppe im sprachlichen Ausdruck lag. Hier sorgten Kamera und Mikrofon für eine besondere Konzentration. Aber auch der Wunsch, ein gutes Ergebnis präsentieren zu können, befeuerte das Engagement der Schüler."

Konzeptionell realisiert doxs! mit dieser Initiative die gesellschaftliche Vision von Mitbestimmung und Mitgestaltung für alle Menschen. "In den letzten Jahren haben immer mehr Förderschulen Interesse an unserer Arbeit bekundet. Eine für uns sehr fruchtbare und kreative Zusammenarbeit, bei der wir immer wieder neue Sichtweisen auf unsere Filme kennenlernen, " so die doxs!-Leiterin Gudrun Sommer.

Quelle: RP
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