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Duisburg
Klagen über gefällte Bäume häufen sich

Duisburg: Klagen über gefällte Bäume häufen sich
Oben: Auch entlang der Bahnstrecke in Neudorf wurden Bäume gefällt.
Duisburg. Seit Beginn des Jahres ist bekanntlich die Baumschutzsatzung außer Kraft. Seitdem sind schon etliche Bäume gefällt worden. Gleichzeitig beschweren sich darüber immer mehr Bürger. Von Lena Köhnlein

Am Freitag meldeten sich die Grünen zu Wort und kündigten sogar eine Klage an. Auf einer Fläche am "Hoher Weg" in Meiderich sind nach Feststellung der Partei rund 400 Bäume gefallen. "Aus unserer Sicht ist dieses Vorgehen mit den geltenden Naturschutzgesetzen nicht vereinbar", so die Grünen. Verantwortlich sei der Projektentwickler Aurelis. Auch das Bundesnaturschutzgesetz und Bundeswaldgesetz greife in vielen Fällen noch, stellt die Partei in ihrer Beschwerde fest.

"Auch wenn das Baumschutzgesetz wegfällt, könnten nicht einfach wahllos Bäume gefällt werden", meint auch Umweltdezernent Dr. Ralf Krumpholz, Mitglied der Grünen. Im konkreten Fall gehe es darum, dass die Fläche einen Wald darstelle. Die Partei will Aurelis aus diesem Grunde verklagen. Im Falle von Wäldern sei das Forstamt in Gelsenkirchen zuständig. Ebenso würden entsprechende Regeln zur Waldbewirtschaftung gelten. Niemand dürfe seinen privaten Wald einfach abholzen, es gäbe Regeln zu beachten, sagt Volker Heimann, stellvertretender Leiter des Amts für Umwelt und Grün.

Im konkreten Fall werde noch geprüft, ob eine Genehmigung zur Umwandlung des Waldgebietes vorlag. Laut Kenntnis der Grünen war dies nicht der Fall, heißt es in der Pressemitteilung. Seit dem 1. Januar ist die Baumschutzsatzung außer Kraft. SPD und CDU entschieden gemeinsam mit FDP, JuDu und DAL in einer Ratssitzung, dass sich die Bürger eigenverantwortlich um den Baumbestand kümmern sollen.

Umweltdezernent Dr. Ralf Krumpholz ist nicht erfreut über den Wegfall dieser Satzungsinhalte. Zwar glaubt er, dass 95 Prozent der Bürger verantwortungsvoll mit dem Baumbestand umgehen, doch die Übrigen werde dadurch die Möglichkeit gegeben, ohne großen Verwaltungsaufwand Bäume zu fällen. "Wir haben keine Kontrolle mehr", gibt Umweltdezernent Dr. Ralf Krumpholz zu. Früher hätten die Bürger erst einen Antrag stellen müssen. Ohne diesen gehe der Gesamtüberblick verloren. Die Beschwerden über gefällte Bäume häufen sich seit dem Wegfall, sagt Volker Heimann. "Auch wenn wir dafür gar nicht mehr zuständig sind." Auf der anderen Seite: Gegen die Baumschutzsatzung gab es früher gleichfalls Beschwerden in hoher Zahl.

Verärgert ist zum Beispiel Annegret Siller, weil Am Försterberg in Neudorf Bäume fielen. "Dort musste die Deutsche Bahn aus Sicherheitsgründen fällen", erklärt Volker Heimann. Beschwerden gab es auch über Fällmaßnahmen in Alt-Hamborn an der Hufstaße in Hamborn, hier untersucht die Stadt noch, ob eine Genehmigung notwendig gewesen wäre.

Quelle: RP
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