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Duisburg
Klarinetten und Geigen, die Märchen erzählen

Duisburg. Rheinhausen Fröhlich trällert die Klarinette eine ausgelassene Melodie. Gitarre und Geige folgen ihr, und der Kontrabass brummt dazu. Drei Wochen durchzutanzen versprach ein glücklicher Schwiegervater angesichts seiner hübschen Schwiegertochter – das ist ein Tanz aus Rumänien. Von Gabi Adrian

Die Freude an der Musik und die Begeisterung für Rhythmus stand den Musikern von Odessa Projekt ins Gesicht geschrieben. Am Montagabend begeisterten sie mit Klezmer-Klängen voller Seele und Melancholie beim Hofkonzert in der Bezirksbibliothek.

Wetteifern um die Publikumsgunst

Dabei setzten sie eine Vielzahl von Instrumenten ein. Kontrabass, Klarinetten, Akkordeon, Geigen, Gitarren, Flöten und diverse Trommeln wetteiferten um die Gunst des Publikums und ließen rührige Balkanlieder gefolgt von fetzigen Romatänzen erklingen. Wenn auch das unbeständige Wetter die Organisatoren gezwungen hatte, das Konzert in die Innenräume der Bibliothek zu verlegen, so gelang es Odessa Projekt doch im Handumdrehen, die Atmosphäre des Zigeunerlebens auf die Bühne zu zaubern.

Immer wieder drehen sich die Lieder dabei um die großen Themen der Menschheit: um schöne Frauen, um Liebe, um Enttäuschung. Der arme Marco zum Beispiel putzt sein Haus heraus. Er ist auf Brautschau. Die schöne Magdalena aus dem Nachbardorf verliebt sich in ihn, und ihre Mutter ist auch einverstanden mit der Hochzeit, aber Marco soll 100 Goldstücke Brautgeld bezahlen. Richtige Märchen erzählt die Musik, Märchen ohne Worte.

Von der Härte des Lebens

Auch das der "griinen" Cousine mit Zähnen wie Perlen und Lippen wie Kirschen: einer Jüdin, die in den 20er Jahren mit ihrer Familie nach Amerika auswandert und feststellen muss, dass das Leben dort auch kein Zuckerschlecken ist. Nach Jahren Fabrikarbeit ist sie ausgelaugt.

Sechs Freunde gründeten die Band Odessa Projekt im Jahr 2001. Stefanie Hölzle spielt Geige, Bratsche und Klarinette. Daniel Marsch überzeugt am Akkordeon, Angelika Metzler beeindruckt das Publikum mit dem Saxophon, der Klarinette und verschiedenen Flöten, Benne Metzler und Joachim Heinemann begeistern mit Gitarre und Kontrabass, und Susanne Heinemann unterstützt die Gruppe mit der Rahmentrommel, den Congas, Riqq und Cajon.

Alle arbeiten in "ganz normalen" Berufen. Trotzdem hat sich die semi-professionelle Band durch die abwechslungsreichen Klangerlebnisse und die ungewöhnliche Klezmer-Musik bereits einen Namen gemacht und tritt bei Zahlreichen Kulturveranstaltungen und Stadtfesten auf.

Quelle: RP
 
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