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Duisburg
Kleines Naturparadies neben der A 59

Duisburg. Zahlreiche Besucher ließen sich am Wochenende beim Tag der Architektur den 1905 eröffneten und nun neu gestalteten Botanischen Garten in Hamborn zeigen und erläutern. Von Volker Poley

Landschaftsarchitekt Reiner Leuchter freute sich, dass zahlreiche Besucher sich am "Tag der Architektur" über die Neugestaltung des Hamborner Botanischen Gartens informieren wollten.

Der mit der Planung beauftragte Architekt erwähnte, dass das kleine Naturparadies ganz in der Nähe des Autobahnkreuzes Duisburg-Nord von den Duisburgern bisher eigentlich nicht so richtig wahrgenommen wird. Dabei gibt es den Hamborner Garten bereits seit dem Jahr 1905. Nach der Eingemeindung der bis 1929 selbstständigen Stadt Hamborn gab es auf dem Duisburger Stadtgebiet zwei "Botanische Gärten", von denen der in Duissern der bekanntere ist. Für Leuchter ist allerdings klar, dass der Hamborner Park "der schönere ist".

Dass sich der Besuch des mittlerweile in Teilen umgestalteten Naturparks direkt neben der A59 zwischen der Hamborner und Beecker Straße lohnt, wurde beim Rundgang mit dem Landschaftsplaner mehr als deutlich. Vor drei Jahren wurde von den Wirtschaftsbetrieben der Stadt Duisburg - nach den Plänen der Landschaftsarchitekten Anke Thönissen und Reiner Leuchter - mit der Umgestaltung begonnen. Gegen die Widerstände einer Bürgerinitiative wurden damals weitgehend die alten großen Gewächshäuser abgebaut ("Das alte Tropenhaus war sehr energieintensiv und von der Stadt nicht mehr zu finanzieren."). Immerhin konnte die Initiative erreichen, den Komplettabbau zu verhindern. Ein Gebäude - die Orangerie - wird nun als "Kaltraum" genutzt. Dort überwintern die mediterranen Pflanzen wie Oliven- und Orangenbäume bei Temperaturen von 8 Grad. Die Stahlträger des angrenzenden ehemaligen Tropenhauses blieben nach der "Entglasung" ebenfalls erhalten und bilden einen interessanten Kontrast zum dort angelegten mediterranen Garten, der ein Stück weit die Toskana im Duisburger Norden nachempfinden lässt.

Dazu trägt auch die großflächig Lavendel-Bepflanzung bei, die schon ein echter "Hingucker" ist. Der bereits zuvor vorhandene Heidegarten - "besonders schön, wenn im August die Besenheide blüht" - und der Felsengarten mit den im Frühjahr bunt blühenden Rhododendren und Azaleen bereichern den Hamborner Garten ebenso wie der durch Privatinitiative entstandene und ehrenamtlich betriebene idyllische Bauerngarten.

Ruth Schenk war "von südlich der Ruhr" angereist und zeigte sich "sehr überrascht", was der öffentliche Garten im Duisburger Norden den Besuchern bietet: "Ich war hier noch nie, der Park ist wirklich gut angelegt und sehr interessant gestaltet." Reiner Leuchter führte die Besuchergruppe auch zum neu gestalteten Teil an der Beecker Straße. Hier wurde eine ehemalige Brachfläche als parkähnlicher Übergang zum eigentlichen Gartengelände angelegt.

In einem "Baumgarten" wurden 38 verschiedene Baumarten angepflanzt. Bewusst wurden dazu "Klimabäume" wie die Kornelkirsche, die Felsenbirne und der Schnurbaum, die zum Teil asiatischen Ursprungs sind, ausgesucht, um langfristig Erkenntnisse über deren Widerstandsfähigkeit auch in unseren Breiten zu gewinnen. Sehenswert ist auch der Fuchsiengarten, in dem am kommenden Wochenende die jährliche Fuchsienausstellung stattfindet. Die "Fuchsienfreunde Rhein-Ruhr" präsentieren dabei nicht nur ihre zum Teil seltenen Züchtungen, sondern auch ein buntes Programm. Vorstandsmitglied Ernst Zöhrer würde sich über zahlreiche Besucher der traditionellen Schau freuen: "Es gibt auch Kaffee und Kuchen." Gern besucht wird zudem die große Aquarienanlage mit den elf Schau-Aquarien, die sich ebenfalls auf dem Gartengelände befindet und von der Gesellschaft für Aquarienkunde unterhalten wird.

Der gebürtige Hamborner Bernd Trautmann, der mit Ehefrau Birgit und Tochter Henrike an der Führung teilnahm, zeigte sich beeindruckt: "Toll, was hier entstanden ist, gerade für den Duisburger Norden ist das schon wichtig, ein guter Kontrast zur immer noch dominierenden Industrielandschaft."

Quelle: RP
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