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Duisburg
Kleinste Kinder - größte Sorgen

Duisburg: Kleinste Kinder - größte Sorgen
Nele und ihre Mama Jessika Dovrtel aus Neudorf.
Duisburg. Nele startete viel zu früh ins Leben. Der Bunte Kreis half beim Übergang vom Krankenhaus in den Alltag. Von Gabi Harpers

Ein "Starkes Team" sind die kleine Nele (14 Monate) und ihre Mama Jessika (34) Dovrtel aus Neudorf. Nele kam bereits in der 26. Schwangerschaftswoche zur Welt. Sie wog lediglich 830 Gramm und war 35 Zentimeter klein. Ihr problematischer Start ins Leben begann mit dem wochenlangen Aufenthalt im Inkubator auf der Intensivstation gefolgt von mehr als einem Monat im Wärmebettchen auf der Frühgeborenenstation. Jessika Dovrtel erinnert sich: "Im Laufe der ersten Wochen und Monate kam es zu zahlreichen Komplikationen, von immer wiederkehrenden Atemaussetzern über zwei notwendige Bluttransfusionen, bis hin zu einer Katheter-Sepsis (Blutvergiftung). Schließlich musste auch noch ein Darmkeim bekämpft werden. Ein ständiges Wechselbad der Gefühle, Ängste und Hoffnungen."

Ausgerüstet mit einem Überwachungsmonitor, der Neles Herzfrequenz und die Atmung rund um die Uhr kontrollierte und im Fall einer Unregelmäßigkeit einen Alarm auslöste, konnte die kleine Kämpferin schließlich nach mehr als zehn Wochen nach Hause entlassen werden. Nach mehreren Aufenthalten in einem Schlaflabor war die permanente Überwachung dann nicht mehr nötig und ein weiterer Schritt in Richtung Normalität geschafft.

Unterstützung beim Wechsel vom Krankenhaus ins "wirkliche Leben" erhielt Familie Dovrtel durch den Bunten Kreis Duisburg Niederrhein und westliches Ruhrgebiet. Unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" leistet die Organisation seit 2002 sozialmedizinische Nachsorge in der Region. Speziell ausgebildete Kinderkrankenschwestern erstellen einen auf die individuellen Bedürfnisse jeder Familie abgestimmten Unterstützungsplan. Bis zu drei Monaten stehen die sogenannten Casemanagerinnen den Eltern und ihren Kindern zur Seite und beraten und helfen beim Ausfüllen notwendiger Anträge, bieten Begleitung zu Arzt-, Therapie- und Behördenbesuchen und klären auf bei Ernährungs- und Pflegeproblemen. Für seine Arbeit ist der Verein zu großen Teil auf Spendengelder angewiesen.

Heute, mehr als ein Jahr nach ihrem schwierigen Start ins Leben hat Nele ihr Geburtsgewicht verzehnfacht und ihre Größe verdoppelt. Sie ist immer noch ein wenig zarter als ihre Altersgenossen, sprüht jedoch nur so vor Energie. Die kleine Familie blickt optimistisch in die Zukunft. Mama Jessika: "Wir haben unglaubliches Glück gehabt."

Quelle: RP
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