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Duisburger Weihnachtsmarkt evakuiert
Koffer-Besitzer meldet sich bei der Polizei

Verdächtiger Koffer in Duisburger Innenstadt
Verdächtiger Koffer in Duisburger Innenstadt FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Wegen eines verdächtigen Koffers räumte die Polizei in Duisburg den Weihnachtsmarkt und die umliegenden Geschäfte. Später stellte sich heraus: Der Inhalt war harmlos. Jetzt ist auch der Besitzer des Gepäckstücks aufgetaucht. Von Sandra Kaiser, Peter Klucken und Christoph Reichwein

Gegen 22 Uhr meldete sich ein 34-Jähriger und teilte laut Polizei mit, dass es sich bei dem besagten Koffer um seinen handeln würde. Er wollte das Gepäckstück nicht mit ins Forum Duisburg nehmen und kettete es an einen Fahrradständer. Nach seiner Vernehmung wurde der Mann entlassen.

Der schwarze Koffer hatte in der Innenstadt einen Großeinsatz ausgelöst: Ein Zeuge hatte beobachtet, wie ein Mann das Gepäckstück an einen Fahrradständer vor dem Averdunk-Center kettete und hatte um kurz vor 17 Uhr die Polizei alarmiert. Sie sperrte den Bereich der Königstraße zwischen Mercatorstraße und König-Heinrich-Platz weiträumig mit Flatterband ab und zog den Kampfmittelräumdienst aus Düsseldorf hinzu. Der traf um 18.30 Uhr ein, röntgte und öffnete schließlich den Koffer. Gegen 19 Uhr konnte Entwarnung gegeben werden: In ihm befanden sich Parfümfläschchen, ein Regenschirm und Proviantreste.

Wie leer gefegt war die Königstraße am Dienstagabend. FOTO: Christoph Reichwein (crei)

Polizeisprecher Ramon van der Maat zeigte sich erleichtert. "Das war vermutlich reine Gedankenlosigkeit", sagte er.

Die am Nachmittag sehr belebte Königstraße war zu dem Zeitpunkt, als der Koffer untersucht wurde, wie leer gefegt. Eine Streifenwagenbesatzung hatte die Fußgänger wiederholt über Lautsprecher instruiert, den Bereich schnellstmöglich zu verlassen. Die Verkäufer in den Buden und Geschäften wurden aufgefordert, umgehend zu schließen. "Wir wissen auch nicht mehr", sagte der Verkäufer eines Handyladens an der Königstraße, als er sein Rollgitter herunterzog. "Es hieß nur, wir sollen jetzt sofort zumachen. Wir dürfen noch nicht mal mehr aufräumen und saubermachen", sagte die Verkäuferin eines Modeladens.

Zwei Würstchenbuden blieben trotz der Durchsagen eine ganze Weile geöffnet, um ihre gegrillte Ware noch irgendwie an den Mann bringen zu können. Und auch an diversen Getränkeständen herrschte noch eine ganze Zeit lang reger Kundenverkehr. So ließ sich etwa eine Männergruppe aus Moers nicht die gute Laune verderben und trank in aller Ruhe ihren Glühwein aus, obwohl das Gerücht von einer Bombendrohung die Runde machte. "Da ist doch sowieso nichts dran", war die einhellige Meinung. Auch ein Verkäufer hinter dem Popcornstand am Riesenrad zeigte sich unbeeindruckt. "Letztes Jahr haben sie vor einem Sturm gewarnt, und wir mussten dicht machen, obwohl gar nichts passiert ist. So wird es jetzt auch sein", sagte er gelassen.

Viele Verkäufer und Weihnachtsmarktbesucher kamen der Aufforderung der Polizei aber auch sofort nach, etwa das Ehepaar Wolfgang und Mechthild Krause, das extra vom Niederrhein nach Duisburg gekommen war, um hier noch die letzten Weihnachtseinkäufe zu erledigen. "Das ist zwar jetzt blöd. Den Weg hätten wir uns sparen können, denn wir sind erst eine halbe Stunde hier. Aber wir sind doch lieber vorsichtig und tun, was die Polizei uns sagt", sagten die beiden und machten sich auf den Weg ins Parkhaus.

Sehen Sie hier die Bilder von der evakuierten Innenstadt. 

Quelle: RP
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