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Duisburg
Konjunkturaufschwung für Duisburg nicht in Sicht

Duisburg: Konjunkturaufschwung für Duisburg nicht in Sicht
Die Sperrung der Berliner Brücke ist aus Sicht des Unternehmerverbandes ein großes Problem für die Unternehmen. FOTO: Archiv
Duisburg. Eine aktuelle Umfrage der Unternehmerverbandsgruppe, an der sich 350 Firmen beteiligten, ergab, dass trotz ordentlicher Geschäftslage kein durchgreifender Aufschwung für Duisburg zu verzeichnen ist. Von Fabian Spiess

In das Ergebnis flossen auch die Berichte von 90 Unternehmen aus Duisburg, Wesel, Oberhausen und Mülheim ein, die dem heimischen Unternehmerverband angehören. "Unsere aktuelle Konjunkturumfrage zeigt, dass wir es mit einem gebremsten Wachstum im Ruhrgebiet zu tun haben", sagte Wolfgang Schmitz, Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes. Über 70 Prozent der Betriebe bezeichneten ihre aktuelle Geschäftslage als befriedigend bzw. gleichbleibend gut. Auch alle anderen abgefragten Parameter wie die Umsatzsituation und die Ertrags- und Investitionslage kennzeichnen eine große konjunkturelle Stabilität. "Der Beschäftigungs- und Ausbildungsplatzsaldo ist insgesamt positiv. Bei rund 60 Prozent der Unternehmen sind allerdings keine signifikanten Änderungen zu verzeichnen", erläuterte Schmitz. Die insgesamt ordentliche wirtschaftliche Entwicklung dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass es im Ruhrgebiet nach wie vor deutlichen Aufholbedarf gebe.

"Wir haben im Vergleich zu anderen Wirtschaftsräumen ein zu geringes Wachstum", erklärte der Hauptgeschäftsführer des Unternehmerverbandes - vor allem mit Blick auf die zurückhaltende Investitionsneigung der hiesigen Wirtschaft. Die Umfrage ergab nämlich, dass lediglich 20 Prozent der Betriebe im ersten Halbjahr des Jahres 2014 mehr investiert haben als zuvor. Für das zweite Halbjahr rechnen nur 16 Prozent der Unternehmer mit einem Investitionsplus. "Investitionen sind aber die entscheidende Voraussetzung für einen nachhaltigen Beschäftigungsaufbau. Und dafür muss die Politik in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft die Rahmenbedingungen verbessern", forderte Schmitz. Die Unternehmen gaben außerdem an, zunehmend unter der Ruhrgebietsbürokratie zu leiden. "Wir tragen die rote Laterne, was Steuersätze, Infrastrukturprobleme, marode Straßen und Brücken angeht", so Wolfgang Schmitz. Auch die aktuelle Verkehrslage sei "ein Drama", gerade im Hinblick auf die derzeitige Sperrung der A 59, teilte der Unternehmerverband mit. Der Investitionsstau, der sich momentan besonders in Staumeldungen ausdrücke, sei "sicherlich nicht förderlich", so Schmitz.

Der Unternehmerverband spricht sich für eine so genannte "Reindustriealisierung des Ruhrgebietes" aus. Kein anderer Wirtschaftszweig sei in der Lage, eine größere Wertschöpfung für die Region zu generieren. "Man muss kommunizieren, dass Industrie nichts Altes ist, dass es vielmehr High-Tech-Industrie gibt", sagte Matthias Heidmeier, Pressesprecher des Unternehmerverbandes. Wer den Rückgang der Schwerindustrie mit dem Rückgang der gesamten Industrie gleichsetze, ignoriere die weltweite Nachfrage nach High-Tech-Produkten aus dem Ruhrgebiet.

Der Unternehmerverband verweist auf die Wichtigkeit der Bereitstellung ausreichender Gewerbeflächen, um künftig Investitionen generieren zu können. "Da spielen die Städte und die Wirtschaftsförderung eine große Rolle", so Wolfgang Schmitz. Um die wirtschaftliche Entwicklung durch Verbesserung der Rahmenbedingungen ankurbeln zu können, will der Unternehmerverband Standortinitiativen realisieren, mit konkreten Angeboten an die Politik. "Wichtig ist, dass wir diesen Dialog jetzt festigen und im Sinne der Region kooperieren", sagte Wolfgang Schmitz. Wie die Initiativen konkret aussehen werden, will der Unternehmerverband im Herbst nach ersten Gesprächen mit verschiedenen Partnern wie der Stadt, der IHK und der Wirtschaftsförderung mitteilen.

Quelle: RP
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