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Kunst Im Öffentlichen Raum
Kontraste in der Duisburger Innenstadt

Kunst Im Öffentlichen Raum: Kontraste in der Duisburger Innenstadt
Viele Duisburger vergleichen die Skulptur auf dem Opernplatz spöttisch mit einem Walgerippe. FOTO: Arnulf Stoffel
Duisburg. Bernar Venet demonstriert mit seinem Kunstwerk "5 Bögen" ein Artefakt voller Gegensätze. Von Lara Duyster

Mitten in der Duisburger Innenstadt, am Opernplatz vor dem Stadttheater, steht das Werk "5 Bögen" von dem französischen Künstler Bernar Venet. Die rostbraune Farbigkeit des Stahls sticht aus dem Grün des Rasens und der hellen Fassade des Stadttheaters hervor. Venet hat die Maße der Bögen eingraviert und somit in das Kunstwerk integriert. Diese rationale Vorgehensweise führt zu einer Verallgemeinerung. Die unfigürliche Darstellung und das Fehlen von emotionalen Elementen, lassen dem Betrachter einerseits kaum Raum für Interpretationsansätze, da es sich ganz nach der Devise "Die Kunst für die Kunst" selbst darstellt.

Andererseits ähnelt es einem Skelettfragment aus jüngerer Zeit und deutet auf etwas hin, was längst vergangen ist. In Duisburg wird somit die sterbende Schwerindustrie angesprochen. Zechen schließen und Industriearbeitsplätze fallen weg. Der Standort des Werks zwischen Gastronomie, Kultur und Einkaufszentren spielt auf die neuen Perspektiven an, die der Stadt geboten werden. Der explizite Standort vor dem Stadttheater verbindet durch seine Nachbarschaft Musik und Schauspiel miteinander.

Die Dynamik der Rundbögen, welche Kraft und Spannung hervorrufen, ermöglichen dem Betrachter eine metaphorische Zusammenführung der beiden Künste. Die Offenheit der Bögen schaffen Platz für spielerische Gedankengänge. "Farbe interessiert mich nicht so sehr. Ich wollte niemandem eine Farbe aufzwingen, um es mal anders auszudrücken.", so der Künstler. Die braune Farbigkeit entsteht durch den Rost des Stahls. Es ist alles in seiner Natürlichkeit erhalten geblieben, um nicht von der Kraft der Form abzulenken.

Die alte, neoklassizistische Fassade des Stadttheaters steht in direktem Kontrast zu der modernen Darbietung der Bögen. Venet möchte darauf Aufmerksam machen, dass Duisburg viel mehr ist, als eine Stadt, die lediglich vom Stahlbau lebte und lebt. Die direkte Verknüpfung von Stahl und Kunst spiegelt dies wider. Der Blick des Betrachters wird von der Installation unmittelbar zum Theater gelenkt. Der 1941 geborene Künstler widmete sich vom zehnten Lebensjahr an der Malerei und studierte in Nizza an der städtischen Schule für Gestaltende Kunst.

1971 zog sich Venet von der künstlerischen Tätigkeit zurück und konzentrierte sich auf kunsttheoretische Fragen. Fünf Jahre später nahm er seine Arbeiten wieder auf und siedelte 1966 nach New York um.

Quelle: RP
 
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