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Duisburg
Konzert voller berstender Energie

Duisburg. Das Duo "TwoPianists" aus Südafrika gastierte an der Folkwang-Universität. Von Ingo Hoddick

Die Reihe der Sparkassenkonzerte "Große Klaviermusik" an der Folkwang-Universität der Künste ist immer für eine Überraschung gut, vor allem wenn Gäste auftreten. Jetzt gastierte im Kleinen Konzertsaal das Klavierduo "TwoPianists" aus Südafrika, das sind Nina Schumann und ihr aus Portugal stammender Ehemann Luis Magalhaes.

Auf ihrem Programm stand je ein eindrucksvolles und kurzweiliges Werk für zwei Klaviere von fünf der führenden neueren US-amerikanischen Komponisten. Es begann mit zwei Klassikern dieses Genres. Das waren zum einen jene neoromantischen "Souvenirs" op. 22, in denen sich Samuel Barber (1910-1981)an seine frühen Jahre in New York erinnert, in sechs populären Tanzsätzen von Walzer über Two-step und Tango bis Galopp. Der andere war "El salón Mexico" von Aaron Copland (1900-1990), laut Magalhaes aus sicherer Quelle (von dem Toningenieur, der die Orchesterfassung mit Coplands bestem Freund Leonard Bernstein eingespielt hat) die musikalische Beschreibung eines Bordells, das mit jedem seiner vier Stockwerke immer riskanter wird. Der "Winsboro Cotton Mill Blues" ist eine der "Four American Ballads" von dem 1936 geborenen Frederic Rzewski, darin wird der Lärm der Maschine, von denen die meisten daran arbeitenden Sklaven taub wurden, unterbrochen von einem ergreifenden Aktivisten-Song. In den "Recuerdos" erinnert sich William Bolcom, Jahrgang 1938, an Südamerika. Und "Hallelujah Junction" von dem 1947 geborenen John Adams ist die minimalistisch schwebende Beschreibung der gleichnamigen Fernfahrer-Station, in die das bekannte "Halleluja" aus dem "Messias" von Georg Friedrich Händel eingewoben ist.

Das alles kam mit berstender Energie und Lebenslust herüber, auch noch bei den komplexesten Rhythmen. Sicher, manches hätte etwas eleganter oder differenzierter klingen können. Aber spätestens mit den Zugaben, zwei Sätzen aus der "Rapsodie espagnole" von Maurice Ravel, zeigten "TwoPianists", dass sie auch anders können. Die Habanera wurde klar und sanft hingetupft, das Feria-Finale hatte polierten Schwung. Der Jubel war gesichert.

Beim nächsten Klavierabend der Reihe "Große Klaviermusik" am Dienstag, 12. Januar 2016, um 19.30 Uhr, geht es sicherlich strenger zu. Denn dann spielt Folkwang-Professor Thomas Günther Werke von Johann Sebastian Bach.

Karten zu zehn Euro, ermäßigt fünf Euro gibt es im Vorverkauf unter Telefon 0203 29 588 0 und an der Abendkasse.

Quelle: RP
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