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Duisburg
Kritik an Mehdorn und Minister Tiefensee

Duisburg. Sowohl Bürgermeisterin Doris Janicki als auch der Hauptredner Dr. Ludger Heid kritisierten Bahnchef Dr. Hartmut Mehdorn und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, die es ablehnen, den Zug der Erinnerung gebührenfrei fahren zu lassen. Im Gegensatz zur französischen Staatsbahn, die eine vergleichbare Ausstellung unterstützt hatte, verlange die Deutsche Bahn vom gemeinnützigen Verein „Zug der Erinnerung“ Trassen-, Stations- und Anschlussgebühren. Dr. Heid erinnerte daran, dass die heutige Deutsche Bahn historische Erbin der „Reichsbahn“ ist. Er wies auch darauf hin, dass die Reichsbahn einst viel an der Deportation der Naziopfer verdient habe (vier Pfennige pro „Schienenkilometer“).

Es sei eine „beispiellose Instinktlosigkeit“ von Bahnchef Mehdorn, sich nicht diesen historischen Zusammenhängen zu stellen und sogar noch Gebühren zu erheben, die nach Berechnungen des ebenfalls protestierenden Bezirksjugendwerks der Awo Niederrhein etwa 300 000 Euro betragen. In den Ausstellungswaggons, die kostenlos besichtigt werden können, werden Besucher gebeten, mit einer Spende die Finanzierung des Zugs der Erinnerung sicherzustellen. Gegenüber Mehdorn fordert der Verein, dass der Zug der Erinnerung ohne finanzielle Auflagen durch Deutschland fahren kann. Und: „Für das Gedenken an die europäischen Massendeportationen müssen die staatlichen Erben der Täter einen maßgeblichen finanziellen Beitrag zahlen.“ Geplant ist, dass der am 8. November in Frankfurt gestartete Zug noch zahlreiche Stationen anläuft. Am 8. Mai soll der Zug im ehemaligen Vernichtungslager Auschwitz eintreffen.

Weitere Informationen im Internet unter www.zug-der-erinnerung.eu.

Quelle: RP
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