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Nach Absage aus Duisburg
Künstler Gregor Schneider geht mit Raumkunstwerk nach Bochum

Der finstere Tunnel von Gregor Schneider
Der finstere Tunnel von Gregor Schneider FOTO: Detlef Ilgner
Duisburg. Nach der umstrittenen Ablehnung seiner Röhrenskulptur für das Duisburger Lehmbruck Museum hat der Künstler Gregor Schneider eine andere Arbeit für die Ruhrtriennale entworfen.
Er wird damit ins Kunstmuseum Bochum gehen.

Mit seinem Beitrag werde sich der Künstler mit Ort und Funktion des Museums auseinandersetzen und dessen Aussehen völlig verändern, teilte die Ruhrtriennale am Dienstag mit. So werde Schneider neue Wände, Röhren und einen neuen Hintereingang für das Museum schaffen. Während der Ausstellungszeit (29. August bis 12. Oktober) betrete der Besucher das Museum nicht mehr durch den Haupteingang, sondern durch eine Art Kanalisationssystem, das zu Schneiders Raumkunstwerk gehört.

Werke von Gregor Schneider FOTO: Detlef Ilgner

Schneider, der als Professor an der Kunstakademie in München lehrt, ist bekannt für verstörende labyrinthartige Ein- und Umbauten.

Ursprünglich hatte er eine Skulptur mit begehbaren Tunneln im Duisburger Lehmbruck Museum realisieren wollen. Nur gut fünf Wochen vor der geplanten Eröffnung erteilte Oberbürgermeister Sören Link (SPD) den Plänen eine Absage, die er mit der noch nicht verarbeiteten Loveparade-Katastrophe begründete. Die hatte sich am Ende zweiter tunnelartiger Zugänge ereignet. Schneider selbst sprach von klarem Rechtsbruch, Ruhrtriennale-Intendant Heiner Goebbels von einem "Affront gegen die Freiheit der Kunst".

Das END kommt bei den Besuchern an FOTO: rpo, Julian Omonsky

Am Freitag hatte das Museumskuratorium die Entscheidung des Oberbürgermeisters nachträglich mehrheitlich gebilligt. Vorausgegangen sei eine intensive inhaltliche Diskussion, hieß es in einer Mitteilung des Lehmbruck Museums. "Kritisch gesehen wurde allerdings die Kommunikation mit dem Gremium", hieß es weiter.

Gregor Schneider: 30 Meter Rheydt in Indien FOTO: Gregor Schneider
(lnw)
 
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