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Duisburg
Künstler kämpfen fürs Kreativquartier

Duisburg: Künstler kämpfen fürs Kreativquartier
Gestern bauten die Künstler ihre Ausstellung im Ruhrorter Gemeindehaus auf; heute Abend um 19 Uhr wird die Schau eröffnet. FOTO: christoph reichwein
Duisburg. 25 Künstler feiern mit der Ausstellung "BIS JETZT" die Stadtteilfreundschaft zwischen Duisburg-Ruhrort und Düsseldorf-Gerresheim. Es geht auch um den Erhalt des Ruhrorter Gemeindehauses als Kultur- und Bildungshaus. Von Olaf Reifegerste

Termingenauer hätte die Eröffnung der Ausstellung "BIS JETZT" heute um 19 Uhr im Gemeindehaus des Kreativquartiers Ruhrort nicht ausfallen können. Denn heute auf den Tag genau vor sechs Jahren gründete sich das Kreativquartier, damals noch unter dem Namen Kreativkreis Ruhrort. Auch die künstlerische Stadtteilfreundschaft zwischen Duisburg-Ruhrort und Düsseldorf-Gerresheim befindet sich im dritten Jahr ihres Bestehens. Treibende Kraft dieser Veranstaltergemeinschaft und Kuratorin der Ausstellung ist die Düsseldorfer Künstlerin Dorothee Büsse.

In ihrer Einladung zur Ausstellung heißt es sinngemäß: Das Projekt, bei dem die eingeladenen 25 Künstler jeweils zwei Werke ausstellen, zeigt ein Frühwerk und ein "Jetztwerk" von ihnen. Es stellt das Oeuvre der einzelnen Künstler in den Mittelpunkt und beleuchtet die Vielschichtigkeit künstlerischer Schaffensprozesse. Die Ausstellung verfolgt darüber hinaus aber auch das kulturpolitische Ziel, die notwendige Renovierung und Restaurierung der 1902/1903 im neoklassizistischen Stil erbauten ehemaligen calvinistischen Kirche ("Nederlandse Kerk aan de Ruhr"), die dem heutigen Kreativquartier Ruhrort seit 2012 als Sitz dient, ins öffentliche Gespräch zu bringen, um die erfolgreiche kulturelle und soziale Nutzung dort fortzusetzen und damit zur Attraktivität des Duisburger Hafenstadtteils weiterhin beizutragen - auch wenn oder gerade weil die Immobilie von Haniel zum 31. März nächsten Jahres (so gut wie) verkauft ist.

Aus diesem Grund trägt die Ausstellung als Untertitel "innovation brakes gently automatism", was ins Deutsche übersetzt frei interpretiert die Forderung "Innovation statt Automatismus" auf den Plan ruft. Büsse: "Das Gemeindehaus ist ein Schlüsselgebäude im Stadtteil, das innovative Akzente setzt und dem Automatismus der Gentrifikation entgegentritt."

Die großräumige Ausstellung zeigt Malerei, Objekte, Fotos, Standbilder und Installationen und erstreckt sich über zwei Etagen des Gemeindehauses: Zwölf Künstler und ihre Kunstwerke sind im großen Saal untergebracht, zwei in zwei angrenzenden kleinen Nebenräumen, zwei im sogenannten Erkerzimmer und neun auf der Empore. Die beteiligten Künstler der Ausstellung sind für Düsseldorf Gert Blankenstein, Dorothee Büsse, Minka Hauschild, Meike Hel Janssen, Werner Krause, Emilie Matuschek, Lutz Mommartz, Peter Nagel, Uwe Piel, Tomasz Piwarski und Martin Pletowski sowie für Duisburg Petra Anders, Boto Bethge, Chinmayo, Gabriella Fekete, Ulrike Gerritzen, Fritz Hemberger, Theo K., Bruno Walter Ruhrort, Claudia Sper und Johannes Terbach.

Als eingeladene Freunde hinzu kommen Harald Hilscher und Ike Vogt aus Wuppertal, Norbert Lübker aus Schaumburg/Lippe und Günther Zins aus Kleve.

Besichtigt werden kann die Ausstellung auf der Ruhrorter Dr.-Hammacher-Straße 6, 47119 Duisburg, immer montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 16 Uhr sowie samstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Eröffnet wird sie heute Abend durch Thomas Krützberg, Duisburgs Kulturdezernenten, der zugleich auch Schirmherr der Ausstellung ist. Den Einführungsvortrag hält der Kunstwissenschaftler Dr. Falko Herlemann aus Herne. Musikalisch umrahmt werden beide Wortbeiträge von der Sängerin Nadja Schmalenberg und "Omnia" am Schlagzeug.

Am morgigen Samstag präsentiert um 20 Uhr Fred Schywek Dichtung mit Musik zum 300. Hafengeburtstag unter dem Titel "Hafenklänge". Zur Midissage am 15. Oktober um 19 Uhr wird der Ausstellungskatalog präsentiert. Er hat 64 Seiten und eine Auflage von 500 Exemplaren und kostet sieben Euro. Dazu spielt Philippe Micol auf seinem Sopransaxophon "Was ich war, was ich bin, während ich bin". Am 28. Oktober, um 19 Uhr, ist die Finissage, auf der es Groove-Musik von und mit der Band "PIETSCH - Ruhrort & friends" gibt.

Doch das endgültige Ausstellungsende wird erst am Wochenende 29./30. Oktober im Rahmen der "Offenen Ateliers" in Duisburg sein. Dann ist "BIS JETZT" letztmalig an beiden Tagen von 12 bis 18 Uhr zu sehen. Ein offener Nachmittag-Jam jeweils ab 14 Uhr mit der Gruppe "Sonic & Eva" wird dabei für musikalische Abwechslung und Unterhaltung sorgen.

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen dem Künstlerverein Haltepunkt Düsseldorf-Gerresheim und dem Kreativquartier Ruhrort gefördert durch den Kulturbeirat der Stadt Duisburg. Den Ausstellungskatalog finanzierten die Duisburger Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, der Ruhrorter Bürgerverein und die Düsseldorfer Immobilienverwaltung Objekta.

Quelle: RP
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