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Christina Daletska
Künstlerin und Friedensbotschafterin

Christina Daletska: Künstlerin und Friedensbotschafterin
Künstlerin Christina Daletska. FOTO: Yyri Helytovych
Duisburg. Schon als Teenager bekam Christina Daletzka den Spitznamen "Anwältin". Heute gehört die vielseitige Künstlerin zu den besten Sängerinnen der jungen Generation. In der Ruhr-Triennale-Produktion "Kein Licht" kann man sie erleben. Von Peter Klucken

Christina Daletska ist eine der vielseitigsten jungen Sängerinnen ihrer Generation. Jüngste Erfolge und künftige Projekte umfassen ein Solorezital beim Beethovenfest Bonn, Beethoven IX in Milan, Rossinis La Gazza Ladra in Bari, Schönbergs Gurre-Lieder in Porto, Nonos Prometeo mit Ingo Metzmacher in Amsterdam, Paris, Zürich und bei der Ruhrtriennale, Annio / La Clemenza di Tito mit der Kammerphilharmonie Bremen in Paris, und London, L'enfance de Christ mit MDR Leipzig, sowie Rosina & Cherubino am Opernhaus Zürich. Daletska debütierte mit dem Ensemble Intercontemporain unter Pierre Boulez in Paris. Die Künstlerin gab mit 23 Jahren ihr Bühnendebüt als Rosina in Il barbiere di Siviglia am Teatro Real Madrid. Zwei Jahre später trat sie zum ersten Mal bei den Salzburger Festspielen auf. Christina Daletska wurde in Lemberg (Ukraine) geboren. Sie studierte Geige bei ihrer Mutter und spielte noch vor ihrem 18. Geburtstag die Violinkonzerte von Mendelssohn, Tschaikowski und Beethoven. 2006 begann sie ihr Gesangsstudium in Zürich und gewann bereits ein Jahr später drei Preise in drei internationalen Gesangswettbewerben. Daletska spricht sieben Sprachen und ist Offizielle Botschafterin für Amnesty International, Schweiz. Christina Daletska wirkt in der Ruhrtriennale-Produktion "Kein Licht" mit, die heute in der Gebläsehalle im Landschaftspark uraufgeführt wird.

Was reizt Sie grundsätzlich an der Ruhrtriennale und an der Spielstätte im Landschaftspark?

Daletska Als weltweit eines der interessantesten Festivals ist die Ruhrtriennale in kürzester Zeit bekannt geworden. Es ist für mich eine große Freude bereits zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren hier auftreten zu dürfen. Ich mag den besonderen Charme vom Landschaftspark, unserer Spielstätte, sehr. Die Transformation innerhalb der Form ist hier wirklich toll gelungen.

Und was reizt Sie an dem Stück von Elfriede Jelinek und anderen?

Daletska "Kein Licht" ist eine völlig neue experimentale Kunstform, ein THINKSPIEL. Im Laufe der langen Probezeit waren wir nicht nur als Künstler, sondern auch als Menschen verschiedenen Aspekten des Denkens und Handelns ausgesetzt: sei es auf der Bühne, da wir als Team das Werk aus vielen verschiedenen Modulen zusammen aufbauen durften, einmalig für uns alle glaube ich, oder als Bewohner unseres Planeten. Als wir uns in die Texte und in die Gedanken dazu vertieft hatten und viele schwer beantwortbare Fragen in neuem Licht erschienen, wurde uns so Einiges klar. "Kein Licht" ist für mich eines der wenigen Theatererlebnisse, die über die Grenze des Werkes hinaus reichen!

Wir wissen noch nichts über das Stück. Wie ist Ihre Rolle angelegt?

Daletska Es gibt keine Rollen! Wir sind Figuren, die sich manchmal auf zwei oder mehr Ebenen gleichzeitig bewegen, die kommentieren, warnen, denken, trauern, spekulieren, sich gar weit in die ferne Zukunft teleportieren oder noch besser - zu Partikeln und Gleichungen werden!

Neben Ihrem künstlerischen Beruf engagieren Sie sich auch für Amnesty. Gibt es dafür auch biografische Gründe?

Daletska Schon als Teenager hatte ich den Spitznamen "Anwältin" bekommen. Der Gerechtigkeitssinn war schon immer ein großer Teil meines Charakters. Dazu bin ich in einem Land aufgewachsen, in dem die Menschenrechte noch nicht auf einem angemessenen Niveau waren und die Korruption selbst für ein Kind überall zu spüren war. Ziemlich jede Ungerechtigkeit ärgert mich sehr, aber Sexismus gehört zu den hinterhältigsten Arten, da er viel zu oft gar nicht wahrgenommen wird, sondern leider als Normalität gilt.

Ist es als Künstlerin leichter oder schwerer, sich sozial zu engagieren?

Daletska Natürlich haben wir Künstler das Glück, Leute durch unseren Beruf und unsere Kunst anders erreichen zu können. Ich denke aber, dass es einfach ist, sich zu engagieren, und zwar jeder Mensch und jetzt. Es braucht nicht viel, um eine Wirkung zu erzielen! Social media ist dazu perfekt geeignet, aber man kann auch mit Freunden und Bekannten über Themen sprechen und sich gegenseitig inspirieren - z.B vegan zu werden, oder weniger Abfall zu produzieren, oder Palmöl als Bestandteil zu vermeiden. Es gibt so viele Optionen. Dadurch werden wir selbst glücklicher und können unsere Mitmenschen einfach mit Glück "anstecken".

Quelle: RP
 
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