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Duisburg
Kunst gewünscht, Schmierereien nicht

Duisburg: Kunst gewünscht, Schmierereien nicht
Ein Graffiti, das ohne Einwilligung angebracht wurde, ist juristisch betrachtet Sachbeschädigung. Doch viele der Sprayer werden nie zur Verantwortung gezogen, weil sie ihre Schmierereien unbeobachtet in der Nacht aufsprühen. Hier eine Gegenüberstellung der U-Bahnhaltestelle an der Steinschen Gasse in der Stadtmitte. FOTO: Duisburger Verkehrsgesellschaft AG
Duisburg. Immer wieder muss die DVG Graffitis von ihren Gebäuden entfernen. Das ist aufwendig und teuer. Wer es gerne bunt hat, dem wird der Besuch in den künstlerisch gestalteten U-Bahnhöfen empfohlen. Von Hildegard Chudobba

Für die einen sind Sprühbilder Kunst, für die anderen Schmierereien. Beides mag stimmen. Doch dort, wo die farbigen Bilder nicht erwünscht sind, müssen sie mit großem Aufwand entfernt werden, so zum Beispiel in den U-Bahnhöfen der DVG. Udo Liers ist Sachgebietsleiter Technische Gebäudeausrüstung bei der DVG und koordiniert zusammen mit zwei weiteren Mitarbeitern die Entfernung.

"Wenn irgendwo an den Haltestellen der DVG ein Graffiti auftaucht, melden es entweder die Fahrer in der Leitstelle oder wir erhalten Hinweise von den Fahrgästen", so Liers. "Wir organisieren dann umgehend die Entfernung. Diese findet meist in derselben Woche statt, in der uns die Verschmutzung gemeldet wurde."

Isa Genzken und Prof. Gerhard Richter gestalteten den U-Bahnhof am König-Heinrich-Platz. FOTO: Andreas Probst

Die Technik, die bei der Entfernung des Graffiti zum Einsatz kommt, hängt vom Untergrund und dem Ausmaß der Verschmutzung ab. Meist kann die Farbe mit Wasserhochdruck entfernt werden. Manchmal muss ein Spezialreiniger eingesetzt werden. Die Arbeiten finden tagsüber statt, sofern sich die Verschmutzung nicht in der Nähe der Schienen befindet. Dort rücken die "Saubermänner" dann während der Betriebsruhe an.

Ein Graffiti, das ohne Einwilligung angebracht wurde, ist juristisch betrachtet Sachbeschädigung. Doch viele der Sprayer werden nie zur Verantwortung gezogen, weil sie ihre Schmierereien unbeobachtet in der Nacht aufsprühen. Wirkliche Kunst schätzt hingegen auch die DVG, so in ihren unterirdischen Bahnhöfen. Verschiedene Künstler haben jedem der sieben Duisburger U-Bahnhöfen ein eigenes Gesicht verliehen.

Wände, Säulen und sonstige Einrichtungen am U-Bahnhof König-Heinrich-Platz wurden beispielsweise von den Künstlern Isa Genzken und Prof. Gerhard Richter mit farbiger Emaille auf Edelstahlplatten und Spiegelglas gestaltet. Fahrgäste, die von Westen hereinkommen, empfängt ein abstraktes Emaille-Bild von Gerhard Richter. Der östliche Eingang zeigt Texte der Stadtgeschichte, 24 Emaille-Tafeln geben einen historischen Rückblick zu Duisburg. Die Großräumigkeit des Hauptbahnhofs wird in der dortigen U-Bahnhaltestelle durch die Ausbauformen und Farben betont. Die vorherrschende Thematik der Gestaltung sind die vier Elemente: Feuer, Wasser, Erde und Luft, die sich in unterschiedlichen Darstellungen wiederfinden. (Architektur: Heido Stumpf; Künstler: Prof. Ute Yael Niemeyer). Unterhalb des Rathauses sind die Wandflächen des U-Bahnhofs mit künstlerisch gestalteten, farbig emaillierten Blechen verkleidet. Motive der Stadtgeschichte werden in den Farben rot, blau und gelb dargestellt. (Architektur: Helmut Kohl; Künstler: Prof. Manfred Vogel).

FOTO: DVG

Der U-Bahnhof Steinsche Gasse ist mit farbiger, kleinformatiger Architekturkeramik an den Wänden gestaltet. Schmale, weiße Metallpaneele, an denen farbige Streifen abgesetzt und Langfeldleuchten integriert sind, zieren die Wände. (Architektur und Wandgestaltung: Gunnar und Walter Volkmann).

Leitgedanke bei der Gestaltung des U-Bahnhofs Duissern war die Verwendung von Naturstein in unterschiedlichen Farben, Formen und Funktionen. Verantwortlich für Architektur und Wandgestaltung war hier Inge von Tolkacz

An den U-Bahnhöfen in Duisburg soll Kunst allgegenwärtig sein, aber keine Farbschmierereien. FOTO: DVG

Die Kunst am U-Bahnhof Auf dem Damm in Meiderich gliedert sich in vier dominante Bildelemente aus Glas (Architektur: Kornelia Raberg und Heinrich Jochems, Künstler: Prof. Eberhard Bosslet), und im U-Bahnhof Meiderich zeigen großformatige Schwarzweiß-Bilder 16 Rheinbrücken. (Architektur: Jörg Husarek; Künstler: Tomas Riehle).

Quelle: RP
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