| 17.51 Uhr

Rp-Thema 300 Jahre Duisburger Hafen
Kunst und Kultur, Kirmes und Knaller

So schön war das Feuerwerk beim Hafenfest
So schön war das Feuerwerk beim Hafenfest FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Drei Tage Kunst und Kultur, Kirmes und Knaller, Kinderprogramm und Kulinarisches zogen an diesem Wochenende wieder zigtausende Besucher von nah und fern in den Hafengeburtstag feiernden Duisburger Stadtteil zum Ruhrorter Hafenfest. Von Olaf Reifegerste

Heute geht das rauschende Jubiläumsfest mit einem erstmals veranstalteten Tag der Duisburger Schulen zu Ende. Gott sei Dank blieben verheerende Unwetter und Überschwemmungen auf der Mühlenweide aus. Ein heftiger Platzregen am Vorabend, ein Rheinpegelstand von 7,28 Meter am Eröffnungstag und ein paar kurze Schauer am Samstag - das war's. Wetter- und hochwassermäßig war also alles im grünen Bereich. Das wiederum veranlasste mehrere zehntausend Menschen vor allem am Freitagabend zum großartigen Hafenfeuerwerk "Ruhrort in Flammen" zu pilgern.

"Unsere Tochter, die vor Jahren aus Australien ins Ruhrgebiet zog, hat uns vor einiger Zeit vom Ruhrorter Hafenfest erzählt", erzählte ein Ehepaar aus der australischen Hafenstadt Sydney im RP-Gespräch nach dem Feuerwerk. Inzwischen verbringt es regelmäßig einen einwöchigen Urlaub rund um das Hafenfest hier und ist begeistert davon - besonders von der diesjährigen Ausgabe. In der Tat ist das ursprünglich im Nachklang zum Kulturhauptstadtjahr 2010 nachhaltig erweiterte Hafenfest inzwischen weit mehr als nur Kirmes und Shanty-Chöre. Ein ganzer Stadtteil ist zur Bühne geworden und die Menschen aus dem Kiez, aus Duisburg und der Region sowie - wie eben gehört - auch von ganz weit her besuchen die Stadt und diesen Hafenstadtteil - übrigens nicht nur aus diesem Anlass. Zu verdanken ist dieses Meisterwerk insbesondere den drei Hafenfestmachern Walter Pavenstedt, Dr. Bernhard Weber und Mario Adams.

Als Orte waren es vor allem wieder die Mühlenweide, auf der die Kirmes stattfand, die schöne Hafenpromenade Am Leinpfad, auf der erneut zig Infostände verschiedenster Aussteller standen, aber auch die attraktive grunderneuerte "Outdoor-Galerie Aufnachschicht" (die RP berichtete) hängt und die umtriebige Szenekneipe "Zum Hübi" zum Partymachen einlud, wie beispielsweise am Samstag zur DJ-Party "Hübi On The Rocks", der Vorplatz der Schifferbörse, der im Hafenfestdeutsch "Beiboot" genannt wurde, wie auch der Festivalbereich auf dem Richard-Hindorf-Platz, der den Namen "Flaggschiff" trug.

FOTO: Andreas Probst

Seit 2011 mit dabei ist der Neumarkt, auf dem auch diesen Samstag ein bis Mitternacht dauerndes "FaiR-Lichtermeer", so der Titel der Kiez-Veranstaltung, mit Präsentationen Ruhrorter Einrichtungen und Vereine, Mitmach-Aktionen für die ganze Familie und einem abschließenden großartigen Konzertabend mit Rudi Gall und seinem R&B Swing-Projekt "Brick Porter" stattfand. Nicht weniger unterhaltsam und wuselig ging es an gleicher Stelle tags darauf zu, als der mittlerweile sechste Ruhrorter Kunst- und Kulturmarkt mit seinen schön anzuschauenden rot-weiß-gestreiften Ständen öffnete. Rund 40 ausstellende Künstler hat Kurator Klaus Brüggenwerth erneut zusammengebracht, die teils außergewöhnliche Kunst statt Kunstgewerbe an ihren Ständen zum Verkauf anboten. Daneben gab es Literatur, so unter anderem von der Buchhandlung "1001 Buch" und "Weltbühne", sowie ein Bühnenprogramm mit anspruchsvoller musikalischer Kost bekannter Musikinterpreten, darunter Jan Klare, Anke Johannsen, André Meißner und Anja Lerch.

Doch auch auf der sogenannten "Imperial-Bühne" an der Schifferbörse, die diesmal dort anders platziert wurde, gaben die Popgruppe "A solas sin mi" am Freitag und die Coverband "Still Collins" am Samstag beispielsweise brillante Musikkonzerte. Nicht anders verhielt es sich auf der größeren "Haniel-Bühne" auf dem Richard-Hindorf-Platz, wo unter anderem Peter Burschs großartige "All Star Band" am Samstagabend auftrat.

Auch etwas abseits von Hafen und Wasser war viel los, darunter im Gemeindehaus des Kreativquartiers eine noch bis zum 13. Juni dort zu besichtigende Bilder- und Objekte-Ausstellung von etwa 200 Schülern der Sekundarschule Am Biegerpark aus dem Duisburger Süden sowie die Klanginstallation "Klima - Anlage" vom Deutschlandradio Kultur in Berlin (die RP berichtete); im Lokal Harmonie ein Konzert mit dem Singer-Songwriter Michael Gerdes am Freitag und die intellektuell-erhellende musikalisch-poetische Bildlegenden-Lesung am Sonntag mit Martin Jürgens (Text) und Ernie Rissmann (Gitarre); im Gemeindehaus der Christengemeinde ein Konzert unter dem Titel "Vom Hören und Sehen", unter anderem mit dem landesweit bekannten Saxophonisten Eckard Koltermann; im "ruhrKUNSTort", im Hut-Atelier "Rita Gomez", beim Friseur Westerhelweg, bei den Wohnraumexpertinnen "RaumHelden" und weiteren Örtlichkeiten.

Doch kein Hafenfest ohne Schiffe! Und so war es umso erfreulicher, dass beim Hafenfest zum Hafenjubiläum besonders viele Schiffe dabei waren, ob zum zweitägigen Schlauchbootwettbewerb oder zum Konvoi der Fahrgastschiffe anlässlich des Feuerwerks oder die neben dem Museumsschiff "Oscar Huber" mit der dazugehörigen "Minden" und der "Fendel 147" zeitweise vor Anker gegangene "Johann Hinrich Wichern", das Kirchenboot des Evangelischen Binnenschifferdienst, die Groninger Tjalk "Gerda", auf der der Ruhrorter Bürgerverein anzutreffen war, das NRW-Laborschiff "Max Prüss" - vor allem aber die zehn teilweise über 100 Jahre alten historischen Boote aus den Niederlanden.

Quelle: RP
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