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Duisburg
Kuratorium billigt OB-Entscheidung

Duisburg: Kuratorium billigt OB-Entscheidung
So ähnlich wie in einer Ausstellung in Mönchengladbach (hier ein Archivfoto vom Aufbau) sollte das Kunstobjekt von Gregor Schneider auch in Duisburg aussehen. FOTO: Archiv
Duisburg. Die Absage der Stadt Duisburg, das Raum- und Tunnelkunstwerk "Totlast" von Gregor Schneider im Rahmen der Ruhrtriennale im Lehmbruck-Museum zu realisieren, wurde gestern im Nachhinein vom Kuratorium gebilligt. Von Cornelia Brandt

Gut fünf Wochen vor Beginn der Ruhrtriennale am 15. August hatte Oberbürgermeister Sören Link (SPD) die Realisierung der Installation "Totlast" des Künstlers Gregor Schneider im Lehmbruck Museum verboten (die RP berichtete). Dies geschah ohne Wissen oder Zustimmung des Kuratoriums. Sowohl in der Bevölkerung als auch in der Politik war diese Entscheidung heftig umstritten. Gestern nun tagte das Kuratorium der Stiftung Wilhelm Lehmbruck Museum in einer Sondersitzung und billigte nach einer ausführlichen Darstellung des zeitlichen Ablaufs und der bauordnungsrechtlichen Aspekte seitens Link die Entscheidung des Oberbürgermeisters im Nachhinein. Die mancherseits erhoffte Sensation in Form einer Rücknahme des Verbots blieb aus.

Hatte die Begründung seitens Sören Link kurz nach der Absage zunächst geheißen, die Wunden der Loveparade seien noch nicht geschlossen und Duisburg sei noch nicht reif für ein Kunstwerk, dem Verwirrungs- und Paniksituationen immanent sind und welches mit dem Moment der Orientierungslosigkeit spiele, so wird in der aktuellen Pressemitteilung die Entscheidung, die Installation nicht zu realisieren, ausschließlich mit bauordnungsrechtlichen Aspekten begründet - die Loveparade hingegen findet keinerlei Erwähnung mehr.

Ein baurechtlicher Bescheid gegen den Künstler Gregor Schneider sei jedoch nicht erlassen worden, wie der RP aus gut informierter Quelle bekannt wurde. Auch seien laut Informationen der Ruhrtriennale seit November 2013 zwischen dem Künstler, dem Team der Triennale und des Museums und dem Bauordnungsamt der Stadt regelmäßig und konstruktiv Gespräche geführt worden, um rechtzeitig alle geforderten und notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu erörtern und einzuplanen. "Durch vielfaches Entgegenkommen des Künstlers war letztendlich allen Vorgaben des Bauordnungsamtes vollumfänglich entsprochen worden", war in einer Pressemitteilung der Ruhrtriennale vom 7. Juli zu lesen.

Geplant war eine raumgreifende Skulptur, in der die Besucher einzeln durch Röhrengänge verschiedene Räume im und um das Lehmbruck Museum betreten können. Ein ähnliches begehbares Tunnelsystem hatte der Künstler auch schon in Madrid gebaut. Schneiders Hauptwerk zählt zu den wichtigsten Raumkunstwerken der Gegenwart, für das er 2001 den Goldenen Löwen der Biennale in Venedig gewonnen hatte. Georg Schneider ist Professor an der Kunstakademie in München und bekannt für verstörend labyrinthartige Ein- und Umbauten - was durchaus die Annahme nachvollziehbar rechtfertigt, dass sein für die Ruhrtriennale geplantes Kunstwerk "Totlast" nicht in direktem Bezug zum Unglück der Loveparade 2010 steht.

Quelle: RP
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