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Innenansichten Die Universität Duisburg-Essen (ude)
Kursus "Rauchfrei" ist nur ein Beispiel

Innenansichten Die Universität Duisburg-Essen (ude): Kursus "Rauchfrei" ist nur ein Beispiel
Christiane Leißner (l.) und Cornelia Ruppert sind die beiden stellvertretenden Leiterinnen der Abteilung Personal und Organisationsentwicklung. FOTO: Christoph Reichwein
Duisburg. Den betriebsärztlichen Dienst kennen die meisten. Doch welche Angebote Arbeitgeber wie die Universität Duisburg-Essen sonst noch für die Gesundheitsförderung ihrer Mitarbeiter bereithält, wissen oft nur die langjährig Beschäftigten. Von Amela Radetinac

Nicht nur in den großen Wirtschaftsbetrieben, auch an dem Wissensbetrieb Universität Duisburg-Essen (UDE) wird die Gesundheitsförderung der rund 4500 Mitarbeiter als "gewohnter Standard" empfunden. Das wissen die beiden stellvertretenden Leiterinnen der Abteilung Personal und Organisationsentwicklung, Christiane Leißner und Cornelia Ruppert.

"Die Gesundheit der Mitarbeiter ist uns ein Anliegen aus persönlicher wie auch aus unternehmerischer Sicht", sagt Leißner. Bleibe der Mitarbeiter gesund, fühle er sich integriert und wertgeschätzt in seinem Arbeitsumfeld, "ist es eine Win-win-Situation für Arbeitgeber und Arbeitnehmer".

Entsprechend breit ist das Angebot der UDE. Als erstes mag einem der Sport in den Sinn kommen, den die Mitarbeiter im Rahmen des Hochschulsports in großer Bandbreite und sogar direkt an ihrem Arbeitsplatz betreiben können. Doch zur Förderung der Gesundheit gehört noch viel mehr.

Leißner und Ruppert unterscheiden nach Verhaltens- und Verhältnispräventionsmaßnahmen. Zu erstgenanntem gehört alles, was der Mitarbeiter selbst ganz direkt beeinflussen kann, wie eben seine körperliche Fitness durch Sport, rückenfreundliches Sitzen oder auch die Teilnahme an verschiedenen Gesundheitskursen, "Rauchfrei" zum Beispiel.

"Die Verhältnisprävention bezieht sich auf die Strukturen, in denen die Menschen arbeiten", so die Personalentwicklerinnen, "dazu gehört das Arbeitsklima und die Kultur genauso wie die spezifischen Belastungen der Arbeitsplätze - Lichtverhältnisse, Belüftung, Ergonomie, Schmutz, Lärm." Was die harten Fakten wie den geeigneten Bürostuhl oder den flimmerfreien Monitor angeht, könnten sich die Beschäftigten neben Führungskräften, Personalabteilung oder Personalrat immer auch an den Betriebsärztlichen Dienst oder die Fachkräfte für Arbeitssicherheit wenden. Der Arbeitsplatz wird daraufhin geprüft und entsprechend umgestaltet. "Gerade für Mitarbeiter mit gesundheitlichen Einschränkungen hat der Betriebsarzt eine ganz wichtige Funktion", sagt Ruppert.

Arbeitsklima und Kultur sind dagegen schwerer zu bestimmen: "Um psychische Belastungen zu messen, gibt es keine gesetzlichen Vorgaben", erläutert Leißner. Erstmals wurde aber auch eine Mitarbeiterbefragung zum Thema "gute Arbeit" an der UDE durchgeführt, aus der ein Uni-internes Gremium entstanden ist. "Solche Befragungen sollten zukünftig regelmäßig durchgeführt werden", so die beiden Frauen.

Daneben hätten die Mitarbeiter seit vielen Jahren die Möglichkeit, sich in kritischen Situationen einem sozialen Ansprechpartner anzuvertrauen. "Dazu werden diese Beschäftigten über zwei Jahre ausgebildet. Und ganz gleich ob ihre Sorgen dienstlicher oder privater Natur sind, sie helfen entweder selbst oder vermitteln die Kollegen entsprechend weiter", erklärt Leißner.

Eine enorme Belastung seien die häufig sehr kurz befristeten Beschäftigungsverhältnisse von wissenschaftlichen Mitarbeitern. "Wir haben die Leitlinie, sie mindestens ein Jahr lang zu beschäftigen und damit die Unsicherheit ein Stück weit einzudämmen", so Leißner. Für weitere Verbesserungen müssten die entsprechenden Rahmenbedingungen von rechtlicher Seite geschaffen werden.

Zu einer mitarbeiterfreundlichen Kultur, einem angenehmen Arbeitsklima und damit zur psychischen Gesundheit tragen zum einen die Teams bei, die bei Bedarf unterstützt werden, und zum anderen die Führungskräfte. Ihre Entwicklung gehöre zu den üblichen Qualifizierungsmaßnahmen.

Eine ständige Herausforderung für alle Beteiligten ist die Informationsweitergabe all ihrer Angebote an die Belegschaft, die an Universitäten typischerweise stark fluktuiert. Eine Arbeitsgruppe des geschaffenen Gremiums arbeitet derzeit ein Konzept aus, mit dem die Mitarbeiter auf kürzestem Weg umfassend informiert werden können.

Der nächste Gesundheitstag am Campus Duisburg findet am Donnerstag, 17. September, statt und hat das Muskelskelett-System sowie die Stressprävention zum Thema.

Quelle: RP
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