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Duisburg
Kurt Krieger hält Duisburg weiter hin

Duisburg: Kurt Krieger hält Duisburg weiter hin
Kurt Krieger bei der Eröffnung des Höffner-Möbelhauses in Neuss im Dezember 2014. Wann es endlich mit dem Bau auf der Duisburger Freiheit losgeht, steht noch in den Sternen. Stadt und Wirtschaftsförderung haben keine neuen Informationen, und Krieger und seine Projektmanagerin halten sich weiter äußerst bedeckt. FOTO: Andreas Woitschützke
Duisburg. In Berlin will der Unternehmer fast alle Projekte absagen. Wann (und ob) er mit dem Bau des Höffner-Möbelhauses in Duisburg beginnt, ist weiter unklar. Dafür tut sich jetzt aber etwas auf dem "Quartier 1": Die ersten Kräne drehen sich. Von Sandra Kaiser und Willi Mohrs

Für Überraschung in Duisburg sorgte jetzt ein Bericht des Berliner Tagesspiegels. Kurt Krieger verkaufe fast alle Grundstücke, auf denen er bauen wollte, auf nur ein Projekt in Berlin wolle sich der Unternehmer konzentrieren, schreibt die Zeitung. Und weiter: "Kriegers Grundstücksfirma teilte auf Nachfrage mit, sie trenne sich von allen Liegenschaften, auf denen Neubauten geplant waren. Die einzige Ausnahme sei das Pankower Tor."

Projektmanagerin Edda Metz sagte gestern dazu auf Anfrage der RP: "Das bezog sich nur auf Berlin." Fragen zu Duisburg wollte Metz nicht beantworten. Bekanntlich hat Kurt Krieger die Absicht, auf dem ehemaligen Güterbahnhofgelände südlich des Hauptbahnhofs ein Möbelzentrum zu bauen. Das Gelände hatte er vor fünfeinhalb Jahren der Projektentwicklerin Aurelis abgekauft. Seitdem hat sich dort aber nichts getan.

Auch die Stadt Duisburg hat keine neuen Informationen. "Es gibt keinen neuen Sachstand", sagt Sprecherin Susanne Stölting. "Wir haben alles soweit auf den Weg gebracht. Der Flächennutzungsplan wurde geändert, der Bebauungsplan aufgestellt, die Baugenehmigung für das Möbelhaus liegt vor." Die Bezirksregierung habe grünes Licht für den beantragten Ausbau der Anschlussstelle Duisburg-Hochfeld an der A 59 gegeben. "Krieger könnte also jederzeit loslegen." Auch die Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (GFW) Duisburg hat "keine neuen Informationen", so Sprecherin Annegret Angerhausen-Reuter. Man sei zwar in "fortwährendem Kontakt" mit Krieger. Wann er in Duisburg loslege, wisse man aber nicht.

Stillstand also auf diesem Bereich der "Duisburger Freiheit". Dafür tut sich aber jetzt etwas auf dem nördlichen Teil des Güterbahnhofsgeländes: dem so genannten "Quartier 1": Hier drehen sich die ersten beiden Kräne. Den Anfang macht ein Hotelneubau. Bauherr ist ein Investor aus Luxemburg, an den eine Fläche von mehr als 2000 Quadratmeter verkauft worden sei, heißt es beim bisherigen Grundstückseigentümer Aurelis.

Errichtet werden soll dort ein fünfgeschossiger Hotelbau mit 105 Zimmern. Die Fertigstellung ist für November 2015 geplant. Betreiber des Hotels wird wie berichtet die Kette B & B sein, deren wichtigste Zielgruppe Geschäftsreisende sind, "die lieber in ihr Geschäft investieren als in teure Übernachtungen", wie es bei dem Unternehmen heißt. Ebenso im Blick hat B & B Städtereisende und Familien, für die auch Vierbett-Zimmer angeboten werden. Die Hotelkette betreibt rund 340 Hotels in sechs europäischen Ländern und in Marokko. Hauptmarkt von B & B ist Frankreich mit mehr als 230 Hotels. Dort wurde das Unternehmen 1990 auch gegründet. Der zweitwichtigste Markt ist Deutschland mit derzeit 75 Hotels. Weitere sollen folgen.

Wenige Schritte entfernt soll - wie berichtet - auf dem Gelände des bisherigen Fernbusbahnhofs ein weiteres Hotel entstehen, betrieben von einer Steigenberger-Tochter. Ein neuer Fernbusbahnhof ist unmittelbar daneben geplant. Nachbar des neuen B & B-Hotels wird die Landesbehörde Lanuv. 300 Mitarbeiter, Büros und Laboreinrichtungen kommen auf das Gelände direkt am Hauptbahnhof. Das hat vor wenigen Wochen das NRW-Kabinett beschlossen. Damit könnte auch der Bau eines geplanten Parkhauses näher rücken, das auf dem "Quartier 1"-Gelände entlang der Bahnanlagen vorgesehen ist. Aurelis hat bisher 3,7 Millionen Euro in die Entwicklung des Areals investiert.

Quelle: RP
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