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Duisburg
Landung auf vor dem Opernplatz

Duisburg. Ruhestörungen können sich zu ausgewachsenen Streits entwickeln. Doch es geht auch anders: Am Samstag feierte die Luftrettungseinheit von Christoph 9 das 40-jährige Bestehen mit einem spektakulären Auftritt des Helikopters auf dem Opernplatz - ganz ohne Beschwerden über Fluglärm. Viele hundert Besucher drängten sich um den Helikopter, nachdem dieser Punkt 11.30 Uhr vor dem Stadttheater aufsetzte. Manch einer nahm sich die Zeit, den Rettern die Hand zu schütteln, auch ohne erkennbaren Grund für Dankbarkeit. Doch den gibt es allemal: Rund 38.000 Einsätze sind die Teams von Christoph 9 in den zurückliegenden vier Jahrzehnten geflogen und haben Menschenleben gerettet. Von Jonas Schlömer

Das Augenmerk der jungen Besucher lag allerdings auf der Besichtigung des gelandeten Helikopters. Der blieb - sehr zur Enttäuschung einiger Kinder - auch auf dem Boden. Stattdessen konnten sich die Kleinen im bereitgestellten Simulator dank Rotorenlärm zumindest so fühlen wie in einem fliegenden Hubschrauber.

Der Faszination des Fliegens zum Trotz schleiche sich auch in diesem Beruf irgendwann Routine ein, erzählte Pilot Andrè Huber. Nur zwei Minuten nach dem Notruf ist Christoph 9 abflugbereit. Nach einer Flugzeit von fünf bis maximal 15 Minuten sei man in der Regel am Ziel, erklärte der Pilot. "Trotzdem gewöhnt man sich an manche Sachen auch mit der Zeit nicht richtig." Unfälle mit Kindern seien zum Beispiel unverändert schlimm, oder der Abtransport von Unfallopfern, die vom Notarzt bloß noch sediert werden können, um ihnen das Sterben zu erleichtern. Als ausgebildeter Polizist hat der Pilot zusätzlich die Aufgabe, sich und andere im Notfall zu verteidigen. "Aus diesem Grunde bin ich verpflichtet, meine Schusswaffe mitzuführen", erzählte Huber.

Neben Notarzt Dr. Robin Fritzemeier war mit "RettAss" (Rettungsassistent) André Pelz auch das dritte Besatzungsmitglied des Rettungshubschraubers gekommen. Vor der Landung auf dem Opernplatz war es unter anderem seine Aufgabe, beim mehrmaligen Überflug den Boden nach möglichen Hindernissen abzusuchen. Auch auf das Euronav, eine Art "Luft-Navi", hat der Rettungsassistent beim Einsatz ein Auge.

Timo Galinski war mit seiner Mutter Kathrin gekommen, angelockt von der Möglichkeit, das faszinierende Stück Technik von Nahem zu erleben. "Der Hubschrauber gefällt mir gut", so sein knappes Urteil. Vom anstrengenden Rettungstrouble erholen konnten er und alle anderen sich in der Zeltstadt, in der Rettungsorganisationen ihre Arbeit vorstellten. Etwas fürs Auge gab es zudem bei zwei Übungseinsätzen der Feuerwehr.

Quelle: RP
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