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Duisburg
Lehmbruck-Flügel ist jetzt "dampfdicht"

Duisburg: Lehmbruck-Flügel ist jetzt "dampfdicht"
Noch voraussichtlich bis zum Herbst wird die Decke in der großen Glashalle des Museums so leergeräumt aussehen. Dann sollen 450neue transparente Platten die vor zwei Jahren demontierten ersetzen. FOTO: christoph reichwein
Duisburg. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert die Dach- und Fassadenarbeiten am Lehmbruck-Museum mit 100 000 Euro. Im Herbst sollen die vor zwei Jahren demontierten 450 transparenten Dachplatten durch neue ersetzt werden. Von Peter Klucken

Im vergangenen Jahr wurde im Lehmbruck-Museum der 50. Jahrestag der Eröffnung gefeiert. Viele Jahre lang hatte aber auch der Zahn der Zeit seine unschönen Spuren an dem seit 2001 offiziell denkmalgeschützten Bau hinterlassen. Bereits im September 2013 begannen die Sanierungsarbeiten im Lehmbruck-Museum, deren Kosten mit 3, 97 Millionen Euro taxiert werden. Die Sanierung wird in vier Bauabschnitten durchgeführt. Der erste Bauabschnitt ist inzwischen abgeschlossen. Die zweite Stufe sei zu 75 Prozent bewältigt worden, hieß es gestern. Oberbürgermeister Sören Link sprach davon, dass nun "etwas unterhalb der Hälfte" das aufwendige Sanierungsprogramm bewältigt sei.

Der Grund für die Zwischenbilanz ist, dass Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz einen symbolischen Scheck über 100 000 Euro überreichten, der die Kosten für die Dachsanierung in der Glashalle des Museums zu rund 40 Prozent abdeckt. Die Förderung macht es möglich, dass nun schon im Herbst die 450 Dachplatten, die im März 2013 aus Sicherheitsgründen demontiert worden waren, durch neue Dachplatten ersetzt werden können. Die Glashalle des Museums werde dann wieder so aussehen wie zuvor, versicherte der mit der Sanierung beauftragte Architekt Lothar Happel. "Ohne die 100 000 Euro von der Stiftung Denkmalschutz hätten wir in diesem Jahr die Platten nicht einbauen können", sagte Uwe Rohde, Geschäftsführer des Immobililen-Management Duisburg.

Der Neueinbau von transparenten Dachplatten in der Glashalle wird das sichtbarste Zeichen der Grundsanierung sein. Die neuen Platten sind leichter als die alten, feuerfest und werden von einem mittelständischen Betrieb speziell für das Museum gebaut. Die nun abgeschlossenen Arbeiten im Lehmbruck-Flügel waren aber mindestens genauso wichtig. Lothar Happel berichtete, dass das Flachdach in diesem Trakt aus morschen, schadstoffbelasteten Spanplatten und Holzbalken sowie aus unerwünschtem Efeu-Bewuchs bestand. Das Dach und auch die Glaswände seien undicht gewesen. Jetzt sei der Lehmbruck-Flügel nicht nur wasserdicht, sondern "dampfdicht", wie es in der Fachsprache heißt. Die Kosten für den ersten Bauabschnitt hätten 1,4 Millionen Euro betragen. Für die Bauabschnitte zwei und drei wird mit einem Budget von 2,2 Millionen Euro kalkuliert. Neben der Glashalle geht es da auch um die Sanierung des 25 Jahre alten Neubaus. Unter anderem werden dann die Auflagen des Brandschutzes umgesetzt. Die vierte, kleinere Bauabschnittsphase soll, so Rohde, Ende 2016 abgeschlossen sein.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat bereits im vergangenen Jahr 100 000 Euro dem Museum für Sanierungsarbeiten zur Verfügung gestellt. Das Geld stammt von der Lotterie Glücksspirale als einem Hauptspendengeber der privaten Stiftung. Über ein Sonderprogramm des Bundes bekam die Stadt insgesamt 540 000 Euro zweckgebunden für die Sanierung des Lehmbruck-Museums.

Quelle: RP
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