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Duisburg
Lesungen auch im Elefantenhaus

Duisburg: Lesungen auch im Elefantenhaus
Jens Holthoff (l.) und Jan-Pieter Barbian stellten gestern gemeinsam mit dem Sponsor Thomas Diederichs (2.v.l, Volksbank) und dem Beigeordneten Thomas Krützberg (3.v.l.) das Plakat und das Programm der IKiBu vor. FOTO: Stadt/Köppen
Duisburg. "Afrika" ist das Thema der 46. Internationalen Kinderbuchausstellung (IKiBu), die vom 20. bis 25. November rund 70 Lesungen, Theateraufführungen und Werkstätten für junge Menschen bietet. Von Peter Klucken

Im Bewusstsein der meisten Menschen hierzulande erscheint Afrika als ein weit entfernter Kontinent. Dabei liegt der südlichste Punkt Europas nur 14 Kilometer von Afrikas Norden entfernt, etwa so weit wie Rahm von der Stadtmitte. Darauf machte gestern beim Pressegespräch Jens Holthoff von der Stadtbibliothek aufmerksam, der auch in diesem Jahr wieder die Internationale Kinderbuchausstellung, die unter ihrem Kürzel IKiBu überregional bekannt ist, konzipiert hat.

Die 46. Ausgabe der IKiBu, die vom 20. bis 25. November rund 70 Lesungen, Theateraufführungen und Werkstätten für Schüler und auch Kindergartenkinder bietet, soll mit dem "Schwarzen Kontinent" bekannt machen, der aus 54 Ländern besteht, in dem mehr als 2000 Sprachen gesprochen werden. Bei der IKiBu soll, so sagte es Bibliotheksdirektor Jan-Pieter Barbian, Afrika nicht nur als darbender und von kriegerischen Konflikten geprägter Kontinent erscheinen, sondern auch als Ort, wo Menschen mit ansteckender Lebensfreude zu Hause sind. In den Vormittagsveranstaltungen von montags bis freitags werden die Duisburger Kinder viele interessante und spannende Geschichten hören und erleben.

Dabei werden renommierte Kinderbuchautoren wie Dagmar Chidolue, Susanne Rebscher, Hermann Schulz und Nasrin Siege vor Schülern lesen. Sie alle haben Kinder- und Jugendbücher geschrieben, die sich auf verschiedene Weise mit Afrika beschäftigen. Auch der Duisburger Geschichtenerzähler Harald Jüngst macht bei der IKiBu mit. Aber nicht nur diese hellhäutigen Europäer werden aus ihren Werken lesen; Jens Holthoff konnte auch drei Autoren mit afrikanischen Wurzeln für die IKiBu engagieren: Patrick Addai, Jean Felix Belinga-Belinga und Ibrahima Ndiaye. Diese drei Autoren, die allesamt in Deutschland studiert haben und perfektes Deutsch sprechen (und auch schreiben), sind kulturelle Brückenbauer zwischen Afrika und Europa.

Die meisten Lesungen finden während der IKiBu-Woche in der Zentralbibliothek und den Bezirksbibliotheken in Walsum, Hamborn, Homberg, Rheinhausen und Süd statt. Aber auch im internationalen Zentrum Kiebitz in Marxloh wird es IKiBu-Veranstaltungen geben. Die spektakulärste IKiBu-"Außenstation" ist das Elefantenhaus im Duisburger Zoo. Dort wird am 23. und 24. November Dagmar Chidolue ihr Buch "Millie in Afrika" Schülern des zweiten und dritten Schuljahrs vorstellen. Im Anschluss an die Lesung können die Schüler unter Anleitung von Lehrern der Zooschule die Tierwelt Afrikas, wie sie im Duisburger Zoo zu finden ist, erforschen.

Während für alle IKiBu-Veranstaltungen von montags bis freitags ein Besuch nur nach Voranmeldung möglich ist, steht der IKiBu-Aktionstag am Samstag, 25. November, in der Zentralbibliothek allen offen. Allerdings müssen für die Vorstellung des Theaters Tom Teuer, das um 11 Uhr im VHS-Saal mit seinem Stück "Wie der Elefant zu seinem Rüssel kam" zuvor Eintrittskarten (zwei Euro) an der Infotheke in der Kinderbibliothek (erstes Obergeschoss) gekauft werden. Für einige Workshops am Aktionstag benötigt man Teilnahmekarten. Mitorganisator des IKiBu-Aktionstags ist die World Afrika Initiative (WAI), die in Duisburg beheimatet ist und deren Mitglieder aus Kongo, Kenia, Ghana, Togo und Kamerun stammen. Diese Gruppe engagiert sich seit Jahren für kulturelle afrikanische Angebote. Wobei der Kulturbegriff weit gefasst sein kann. So bringt WAI an dem Samstag u.a Appetithappen aus Afrika mit und organisiert von 15.30 bis 16 Uhr eine Modenschau unter dem Motto "So bunt ist Afrika". Über die sechs IKiBu-Tage hinaus werden in der Zentralbibliothek, in der Bezirksbibliothek Rheinhausen und in der Bezirksbibliothek Hamborn Illustrationen von Susanne Smajic gezeigt, die das aktuelle IKiBu-Plakat gestaltet hat, auf dem ein Nilpferd begeistert ein Buch liest, wobei ihm Giraffe, Strauß und Zebra über die Schulter schauen. Der städtische IKiBu-Etat beträgt 33.500 Euro. Seit Jahren sponsert die Volksbank Rhein-Ruhr die IKiBu. Deren Chef Thomas Diederichs griff die "Anregung" von Kulturdezernent Thomas Krützberg schmunzelnd auf, der meinte, dass die Volksbank die IKiBu in zwei Jahren gewiss gerne zum 20. Mal unterstützen wird. Finanziell gefördert wird die IKiBu in diesem Jahr auch von den Duisburger Wohnungsgenossenschaften.

Quelle: RP
 
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