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Duisburg
Licht am Einzelhandels-Horizont

Duisburg: Licht am Einzelhandels-Horizont
Geht es nach dem Einzelhandelsverband , kauft die Stadt das Gelände der Duisburger Freiheit möglichst schnell dem Besitzer, Kurt Krieger, ab und entwickelt es so, wie im Konzept für die Duisburger Freiheit vorgesehen. FOTO: Probst
Duisburg. Der Handelsverband Niederrhein, zu dem Duisburg gehört, zog gestern Bilanz des vergangenen Jahres. Mehr als jedes dritte Unternehmen machte in 2015 höheren Umsatz oder erreichten das Vorjahresergebnis. Von Hildegard Chudobba

Die Absage der FOC-Planungen kam für den Einzelhandelsverband in dieser Woche gleichermaßen überraschend wie erfreulich. "Das wurde Zeit", sagt Alfred Walzer, Verbandsvorsitzender, als er gestern Bilanz des Jahres 2015 zog. Man hätte ansonsten Probleme heraufbeschworen, deren Ausmaß völlig unterschätzt worden seien.

Diese für den Einzelhandel positive Entscheidung passte zu den guten Botschaften, die er außerdem "verkaufen" konnte. Die Zahl der Unternehmen, die zumindest das Ergebnis von 2014 erreichten oder ein leichtes Umsatzplus erzielten, lag bei 69,2 Prozent. Dazu passt, dass bei der Duisburger Arbeitsagentur weniger Arbeitslose in verkäuferischen Berufen gemeldet waren (3834, im Vorjahr 3974). Das Weihnachtsgeschäft sei allerdings etwas schwächer als erwartet ausgefallen. Das könnte der Grund dafür sein, dass einige Unternehmen Umsatzeinbußen verzeichneten. Für dieses Jahr erwartet der Handel gleichfalls eine positive Entwicklung, zwei von drei befragten Händlern seien optimistisch.

"Genauso gehört es zu den Erwartungen des Einzelhandels, dass das verfügbare Einkommen nicht durch weitere Steuern und kommunale Abgaben abgeschöpft wird", so Walzer. Extrem erhöhte Grundsteuer B wie in Duisburg belaste Konsumenten und Unternehmen gleichermaßen und verringere das verfügbare Einkommen. "Unsere Sorge ist, dass an der Steuerschraube ständig weiter gedreht wird", so Walzer. Sorge bereitet ihm und seinen Kollegen nach wie vor, dass viele Umsätze heute über das Internet abgewickelt werden, so Verbandsgeschäftsführer Wilhelm Bommann. Insbesondere der Fachhandel verliere dadurch Marktanteile, was sich wiederum negativ auf die Personalentwicklung auswirke. In der Jahresumfrage des Verbandes gaben allerdings 30,8 Prozent der befragten Einzelhändler an, selbst über das Internet zu verkaufen.

"Blüht der Handel, blüht die Stadt", ist die Devise von Alfred Walzer, der es für unerlässlich hält, dass sich der Einzelhandel in die Lokalpolitik einbringt. In Duisburg geschieht dies zum Beispiel in den 16 Werbegemeinschaften. Und Walzer geht gleich mit gutem Beispiel voran, wenn er die Entwicklungen im Stadtgebiet kommentiert. "Der Bereich Altstadt Süd, die Nachfolgenutzung des heutigen Bibliothekstandortes oder die Bahnhofsplatte nebst Friedrich-Wilhelm-Straße sind zu fördernde städtebauliche Herausforderungen, die nicht durch Fehlentwicklungen gestört werden dürfen", fordert Walzer. Stadtfenster, Entwicklung Düsseldorfer Straße. Mercator Quartier, Bereich Hauptbahnhof oder die Altstadt Süd sind integrierte Entwicklungspotenziale die vom Verband ausdrücklich begrüßt würden. Aber: "Wir müssen alle Anstrengungen unternehmen, nicht nur reine Verkaufsflächenexpansionen voranzutreiben, sondern vielmehr qualitative Bemühungen einbeziehen", sagt Wilhelm Bommann. Es sei an der Zeit, den Wirtschaftsstandort Duisburg allein dadurch zu stärken, dass man interessierten Investoren verlässliche Rahmendaten geben würde. Der Einzelhandelsverband würde es begrüßen, wenn die Stadt die Güterbahnhofsfläche von Krieger kaufen würde, um hier nach den Vorstellungen des Masterplans Akzente zu setzen. Die Weiterentwicklung der "Duisburger Freiheit" hätte für die gesamte Stadtentwicklung sehr große Bedeutung. Sorgen bereiten dem Verband Verkehrsbehinderungen durch große Straßenbaustellen. Die Erreichbarkeit der City und der Stadtteile müsse gewährleistet bleiben. Umgehungsverkehre hätten auch Auswirkungen auf die Duisburger Stadtteile. Auch die montäglichen Pegida-Aufmärsche erzürnen den Verband und seine Mitglieder. "Es kann nicht sein, dass wir Woche für Woche die Innenstadt ab 16 Uhr sperren müssen", so Alfred Walzer. Man wäre sich dem Gut der Demonstrationsfreiheit sehr wohl bewusst, aber der Handel hätte auch das grundgesetzlich verankerte Recht, dass sein Eigentum geschützt werden müsse, so Walzer weiter.

Quelle: RP
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