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Duisburg
Literaturpreise für Duisburger Autoren

Duisburg. Sabine Vieweg und Verena von Plüskow überzeugen die Jury des Literaturbüros Ruhr.

Der Literaturpreis Ruhr wird jährlich vom Regionalverband Ruhr (RVR) vergeben und vom Literaturbüro Ruhr organisatorisch und konzeptionell betreut. In diesem Jahr werden auch zwei Duisburger Autoren ausgezeichnet: Sabine Vieweg und Verena Plüskow. Sabine Vieweg wird für ihre Erzählung "Malena" mit dem Förderpreis (2555 Euo) ausgezeichnet. Verena Plüskow bekommt den Nachwuchspreis (ebenfalls 2555 Euro) für ihre Erzählung "Der Ausflug". Die öffentliche Preisverleihung findet statt am 11. November, ab 19.30 Uhr, im Martin Luther Forum Ruhr in Gladbeck.

Sabine Vieweg aus Duisburg (geb. 1955) arbeitete nach dem Studium der Sozialarbeit als Kundenbetreuerin bei einer Bank. Sie verfasst Kindergeschichten ebenso wie Erzählungen für Erwachsene und arbeitet derzeit an einem Romanprojekt über die Entstehung des Modern Dance und der Tanztherapie. Ihre Kurzgeschichte "Malena" handelt von einer tanzbegeisterten Frau, die an einem Tangokurs teilnimmt und ihre enttäuschenden Erlebnisse mit verschiedenen Tanzpartnern reflektiert. Sie gerät in eine kurze, aber folgenlose Romanze mit einem wirklich guten Tänzer, der sie verzaubert - aber es gibt kein Wiedersehen. Die raffinierte Erzählung erhält ihren besonderen Reiz durch Zitate aus dem berühmten argentinischen Tangolied "Malena", mit denen die Situation der Erzählerin gespiegelt und kommentiert wird.

Verena von Plüskow aus Duisburg (geb. 1977) wuchs im Bergischen auf, studierte Germanistik und BWL in Bonn und St. Andrews, arbeitete an der Uni Bonn und bei verschiedenen Verlagen. Heute lebt sie wieder im Ruhrgebiet als freie Sachbuchlektorin und PR-Redakteurin in Duisburg. Der Wettbewerbsbeitrag "Der Ausflug" ist ihr literarisches Debüt. Die Erzählung handelt von den Erlebnissen einer greisen Dame, die sich trotz zahlreicher Gebrechen aufmacht, um einen wichtigen Einkauf zu erledigen. Ein MP3-Player gegen ihren Tinnitus ist ihr dabei ein unersetzlicher Begleiter. Auf ihm hört sie den romantischen Liederzyklus "Das Jahr", dessen Monatslieder jeweils von der Autorin geschickt in Beziehung zu den Stationen im Einkaufszentrum gesetzt werden.

Nur das Dezember-Lied gefällt der Seniorin nicht, weil sie - euphorisch gestimmt - noch nicht an das Ende denken möchte, sondern stattdessen einen Cappuccino genießen will. Die ruhige, verhaltene Erzählweise ist mit sanfter Ironie durchsetzt und passt wie auch der originelle Schluss ausgezeichnet zur Hauptfigur.

Der Lyriker, Essayist und Übersetzer Jürgen Brôcan erhält den mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreis Ruhr.

(pk)
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